Basler Appell

 

Letzte Meldungen
April 2013

30. April 2013

Kanton Bern: Regierungsrat gegen GVO-Zulassung

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat sich in seiner Stellungnahme gegen die vom Bundesrat vorgeschlagene Änderung des Gentechnikgesetzes und die neue Koexistenzverordnung ausgesprochen. Der Anbau von Genveränderten Organismen (GVO) in der Schweiz bringt aus Sicht des Regierungsrats weder der Schweizerischen Landwirtschaft noch den Konsumentinnen und Konsumenten einen Mehrwert. Zudem erachtet er die mit der Einführung eines Koexistenzmodells zu erwartenden Kosten für die öffentliche Hand und die Risiken für die Umwelt als nicht gerechtfertigt. Dies teilte der Regierungsrat gestern in einer Medienmitteilung mit. 


26. April 2013

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Jetzt unterschreiben: Petition für die Saatgutvielfalt

Derzeit wird in Brüssel eine neue EU-Saatgutverordnung vorbereitet. Gehen die Pläne der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherpolitik auf, werden noch mehr seltene und alte Sorten von Obst, Gemüse und Getreide vom Markt verschwinden. Die derzeit bekannten Entwürfe für eine neue EU-Saatgutverordnung fördern die Konzentration von Saatgut in den Händen weniger Konzerne der Saatgut-Industrie. Das ist inakzeptabel. Eine neue EU-Saatgutverordnung muss für Vielfaltssorten, bäuerliche Sorten und Öko-Züchtungen geeignete Voraussetzungen schaffen. Vielfaltssorten müssen nicht nur in Genbanken, sondern ohne Bürokratie auf dem Markt verfügbar sein. Weder das geltende Saatgutrecht noch die bisher informell vorgelegten Reform-Entwürfe erfüllen diese Anforderungen. Sie bedrohen die Saatgut-Vielfalt, sie greifen nachhaltige Ernährungssysteme und die ökologische Landwirtschaft an und stehen im Dienst der agro-chemischen Industrie. Wir fordern Sie – die Mitglieder von Kommission, Parlament und Ministerrat der EU – auf, jeden Vorschlag für eine neue Saatgut-Verordnung zurückzuweisen, der diese Anforderungen nicht erfüllt! (hier unterschreiben)

19. April 2013

Menschliches Genom: Patentklage wird wieder aufgerollt

Laut Experten decken Patente derzeit rund 40 Prozent des menschlichen Genoms ab. Der US Supreme Court hörte nun erneut Argumente zur Fragestellung, ob das menschliche Genom als geistiges Eigentum angesehen werden kann. Der Fall steht in Zusammenhang mit einer Klage, die 2009 von der American Civil Liberties Union (ACLU) eingebracht worden war. Es ging dabei um die Frage, ob es Unternehmen gestattet sein soll, Gene zu patentieren. Die von ACLU und der Public Patent Foundation eingereichte Klage bezog sich auf sieben Patente für zwei Gene, die von der US-Firma Myriad Genetics gehalten werden. Die Gene stehen mit Brust- und Eierstockkrebs in Zusammenhang, das Unternehmen hatte einen Test auf Mutationen dieser Gene entwickelt. Die ACLU betont noch immer, dass Gene ein Produkt der Natur und sie daher unter dem vorherrschenden US-Recht nicht patentierbar seien. 2010 entschied ein New Yorker Bundesgerichtshof zugunsten der ACLU. Ein Beschwerdegericht akzeptierte bei zwei verschiedenen Gelegenheiten allerdings die Argumentation von Myriad Genetics, nämlich dass die isolierten Gene Produkte menschlicher Erfindungskraft seien. Der Supreme Court wies alle Entscheidungen zurück und verhandelt den Fall jetzt neu. Ein Urteil wird im Juni diesen Jahres erwartet. Das Ergebnis dürfte entscheidende Auswirkungen auf die milliardenschwere US-Pharmaindustrie haben. (www.pressetext.de)


16. April 2013

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Fisch reagiert allergisch auf Gen-Food

Gentech-Mais im Fischfutter kann bei manchen Tieren Immunreaktionen hervorrufen. Norwegische Forscher verfütterten gentechnisch veränderten Mais an Atlantik-Lachs. Bei Fischen mit anfälligem Immunsystem kam es dabei zu Zellstress im Darm, berichten die Wissenschaftler in der neuen Ausgabe des Fachmagazins British Journal of Nutrition. Zwar gab es offenbar keine systemischen Abwehrreaktionen. Die Daten wiesen aber darauf hin, dass der Gentech-Mais lokale Immuneffekte hervorruft, so die Forscher. Unter anderem wurde im Darm ein Hitzeschock-Protein produziert. Ausserdem setzten die mit dem transgenen Mais gefütterten Lachse die Nahrung «weniger effizient» um. Um die Gesundheitsauswirkungen der Pflanze weiter zu erforschen seien längere Untersuchungen nötig, erklärten die Wissenschaftler. Bei dem Mais wurden Gene des Bacillus thurngiensis (Bt) eingebaut. Dadurch setzt die Pflanze auf dem Acker permanent ein Gift frei, um Insekten zu töten.


12. April 2013

Patentamt widerruft umstrittenes Stammzellen-Patent

Keine ethischen Debatten, schlicht rechtstechnische Fragen seien Hintergrund der Entscheidung: Das Europäische Patentamt (EPA) hat das umstrittene Stammzell-Patent des renommierten Wissenschaftlers Oliver Brüstle laut Online-Ausgabe des Magazins «Der Spiegel» widerrufen. «Das Patent muss so, wie es erteilt worden ist, widerrufen werden, weil es sich auf Inhalte bezieht, die in der ursprünglichen Anmeldung nicht beschrieben sind», sagte Sprecher Rainer Osterwalder. Der - nach ethischen Einwänden bereits angepasste - Patentantrag Brüstles bezog sich auf die Entnahme von Stammzellen, ohne dass der Embryo beeinträchtigt oder zerstört wird. Solche Techniken waren aber bei der Anmeldung 1998 gar nicht öffentlich bekannt. Um das Brüstle-Patent gibt es seit Jahren Streit. «Das ist eine wichtige Teilentscheidung. Sie stärkt den Schutz menschlicher Embryonen», sagte der Patent-Experte für Greenpeace, Christoph Then.


9. April 2013

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Embryo aus der Tüte

Wenn Frauen ihre Eizellen einlagern wollen, um später noch ein Kind zu bekommen, wird es teuer: Bisher ließen sich die Zellen nur mit Hilfe eines komplizierten Verfahrens in flüssigem Stickstoff einfrieren. Vielleicht können wir sie aber in Zukunft einfach zu Hause lagern – in Pulverform. Die Zeugung liefe dann ganz unromantisch nach Rezept: Beutel öffnen, mit Wasser anrühren, Sperma dazu und den Embryo bei 37 Grad in die Gebärmutter geben. Laut «New Scientist» werden die Eier bei dem neuen Verfahren zuerst eingeweicht, dann so schnell, dass sich kein Eis bilden kann, heruntergekühlt. Dann werden die Eier einen Tag lang bei minus 55 Grad Celsius und niedrigem Druck eingelagert und die Zellen zerfallen zu Pulver. Von 30 so behandelten Kuheiern haben sich 23 in einem Färbetest als lebendig erwiesen. Auch menschliche rote Blutkörperchen und Zellen aus Nabelschnurblut haben das Verfahren überstanden. Bis sich der Nachwuchs einfach anrühren lässt, ist aber offenbar doch noch Forschung nötig. 


04. April 2013

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Welternährung: GVOs sind keine Lösung

Dänische Wissenschaftler der Universität Kopenhagen stellen fest, dass GVOs, entgegen der Beteuerung der Gentech- und Saatgutmultis, ganz unten auf der Liste aller Möglichkeiten stehen, die Welternährung zu sichern. Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise, dass GVOs eine Bedeutung für die Sicherung der Ernährung hätten. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht die Biotechnologie einen bedeutenden Beitrag für die Welternährung leisten kann, sondern vielmehr die Agro-Biodiversität. Die Gelder, die in die Forschung über GVOs fliessen, wären auf nützlicheren Forschungsgebieten, wie Pflanzenkunde oder Ernährung und in Lösungsansätzen, die auf lokale Märkte zugeschnitten sind, besser investiert. (Journal Agronomy for Sustainable Development)



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März 2013

27. März 2013


Gentech-Forschungsinstitut in Shenzen

Auf der Suche nach Intelligenz-Genen

Wie die International Business Times berichtet, haben chinesische WissenschaftlerInnen weltweit die DNA von 2000 Personen eingesammelt, die als besonders intelligent gelten (oder sich selbt dafür halten). Das Genom dieser Schlaumeier soll sequenziert werden. So will man die Allele herausfinden, die für die menschliche Intelligenz ursächlich sein sollen, zumindest glauben das die ForscherInnen. Hätte man die erst einmal identifiziert, so könne dann jedes Paar ein genetisches Screening ihrer Embryonen durchführen lassen und nur die heraussuchen, die den Intelligenzbestienansprüchen genügen.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Und sollten Sie den Osterhasen oder die Osterhäsin treffen, dann schicken Sie sie doch bitte nach Shenzen zur DNA Abgabe!


26. März 2013

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USA: Whole-Foods will Gentech-Produkte kennzeichnen

Bis 2018 sollen alle Produkte in den Regalen des US-amerikanischen Einzelhändlers Whole Foods gekennzeichnet werden, wenn sie Spuren gentechnisch veränderter Organismen enthalten. Das teilte das Unternehmen Anfang März auf der Natural Products Expo West in Anaheim (Kalifornien) mit. Damit wird die Supermarktkette zum Vorreiter auf dem US-Markt, wo es derzeit keine Kennzeichnungspflicht von Gentechnik-Lebensmitteln gibt. «Wir reagieren damit auf unsere Kunden, die uns immer wieder nach GVO-Labels gefragt haben und wir tun das dort, wo wir die Kontrolle haben: in unseren Filialen», erklärte der stellvertretende Geschäftsführer Walter Robb. In der Tat befürwortet die Mehrheit der US-Verbraucher die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen. In einer Umfrage der Zeitung Huffington Post sprachen sich Ende Februar 82 Prozent der Befragten für entsprechende Hinweise aus. (www.ohnegentechnik.org)


22. März 2013

Gentech-Soja: Klage gegen EU-Zulassung

Das Europäische Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility, ENSSER), die Gesellschaft für ökologische Forschung, der Verein Sambucus, die Stiftung Manfred Hermsen, Testbiotech und die Zukunftsstiftung Landwirtschaft gehen beim EU Gerichtshof gegen die EU-Zulassung von gentechnisch veränderter Soja der Firma Monsanto vor. Die Soja soll unter dem Markennamen „Intacta" vor allem in Brasilien angebaut und als Futter- und Lebensmittel nach Europa importiert werden. Es handelt sich um eine nie dagewesene Kombination von Eigenschaften in einer Sojabohnenpflanze: Die Pflanzen produzieren ein Insektengift und sind unempfindlich gegenüber dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat (u.a. enthalten in „Roundup"). Nach Ansicht der Kläger wurde diese Soja von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA nicht ausreichend auf ihre Risiken für die VerbraucherInnen untersucht. Die EU Kommission hätte die Sojabohnen deswegen nicht zulassen dürfen.


18. März 2013

Bt-Toxin legt Immun-Abwehr von Baumwolle lahm

Wissenschaftler um Jörg Romeis von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon wiesen einen biologischen Mechanismus nach, der eine zusätzliche Erklärung für das verstärkte Aufkommen neuer Schädlinge in Bt-Baumwollfeldern liefern könnte. Baumwollpflanzen verfügen über ein ausgefeiltes Verteidigungssystem. Wenn sie von Schmetterlingsraupen angefressen werden, beginnen sie Abwehrsubstanzen, so genannte Terpenoide, zu bilden. Dadurch verderben sie nicht nur den Raupen den Appetit, sondern auch vielen anderen Frassfeinden. Mit ihren Versuchen haben Romeis und seine Kollegen gezeigt, dass das Gift der gentechnisch veränderten Bt-Baumwolle Schmetterlingsraupen tötet, bevor sie den Pflanzen so viel Schaden zufügen, dass diese ihr Verteidigungssystem hochfahren. Auf diesen Pflanzen konnten sich dadurch Blattläuse – denen das Bt-Toxin nichts ausmacht – stärker vermehren als auf konventionellen Baumwollpflanzen, die sich mit ihren Terpenoiden gegen die Schmetterlingsraupen gewehrt hatten. Erstmals jedoch hat er mit seinem Team einen indirekten Effekt der Bt-Baumwolle aufgedeckt: Die Bekämpfung der Schmetterlingsraupen beeinflusst wegen dem inaktiv bleibenden Abwehrsystem der Pflanzen auch andere pflanzenfressende Insekten. (Medienmitteilung SNF)


12. März 2013

China: Widerstand gegen Anbau von GV-Mais und -Reis?

China zögert, weitere gentechnisch veränderte Pflanzen für den Anbau freizugeben. Man benötige noch etwas Zeit, bis Verbraucher und Bauern sie akzeptierten, so ein ranghoher chinesischer Wissenschaftler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Man benötige noch etwa fünf Jahre, um den «Wissensstand in der Bevölkerung» zu verbessern. Einen insektenresistenten Reis und einen angereicherten Futtermais hat China mit großem Aufwand entwickelt, um die wachsende Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln bewältigen zu können. Beide gv-Pflanzen waren schon 2009 von den Behörden als sicher bewertet worden. China sei trotzdem weiterhin gezwungen, gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel in großen Mengen zu importieren, um die wachsende Schere  zwischen Nachfrage und Agrarproduktion in China zu schließen. Mittlerweile ist China zum weltweit größten Importeur von Sojabohnen geworden.


5. März 2013

BAFU: Auch im 2012 Gentech-Pflanzen an Bahnhöfen

Seit 2011 führt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) Kontrollen durch, um unbeabsichtigte Freisetzungen von GVO in die Umwelt aufzudecken. Wie einer aktuellen Medienmitteilung des BAFU zu entnehmen ist, fanden sich zusätzlich zu den Pflanzen, die im Juni 2012 im Bahnhof St. Johann (BS) und im Hafen von Kleinhüningen (BS) entdeckt wurden, auch im Bahnhof Lugano am selben Standort wie 2011 einige transgene Pflanzen. Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat im Auftrag des BAFU Rapspflanzen untersucht, die entlang der Eisenbahnschienen stichprobenartig gesammelt wurden, insbesondere in den Zonen, die das grösste Risiko für eine unbeabsichtigte Freisetzung bergen (Bahnhöfe, Ölmühlen und Häfen). Die an diesen Orten gefundenen transgenen Pflanzen könnten von GVO stammen, die in der Schweiz als Spuren in Futtermitteln geduldet werden. Mehrere transgene Pflanzen wurden im Bahnhof St. Johann (BS) sowie in den Häfen von Kleinhüningen (BS) und Muttenz (BL) gefunden und vernichtet. Diese Funde wurden im Sommer 2012 in Medienmitteilungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft kommuniziert, die Standorte wurden 2012 erstmals geprüft. Neue Entnahmen im Herbst 2012 bestätigten das Vorhandensein von transgenem Raps im Hafen von Kleinhüningen und im Bahnhof St. Johann. Einige gentechnisch veränderten Pflanzen wurden des Weiteren in den Proben vom Bahnhof Lugano entdeckt, am selben Ort wie 2011. Es könnte sich hierbei um das Nachwachsen von im Boden vorhandenen Samen handeln. 


4. März 2013

Neuer Gentest für Ungeborene

Ein halbes Jahr nach der Einführung des ersten Bluttests zur vorgeburtlichen Erkennung des Down-Syndroms kommt in der Schweiz laut der «NZZ am Sonntag» ein zweiter Test auf den Markt. Mit «Prendia», so heisst der neue Test, werden neben der häufigsten Schädigung des Erbguts, der Trisomie 21 (Down-Syndrom), zahlreiche weitere Chromosomenstörungen erkannt. Der Test soll ab nächster Woche bei ausgewählten Gynäkologen und Spitälern erhältlich sein. Vorläufig kostet der Test gleichviel wie das deutsche Konkurrenzprodukt Praenatest (1'500.- Franken), noch werden die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen. Allerdings gibt es bereits einzelne Krankenkassen, die sich freiwillig teilweise an den Kosten beteiligen wollen. Pränatalmediziner versichern, dies sei erst der Anfang einer in deren Augen bedeutenden Entwicklung. Angeblich wird der Mutterleib bald einer umfassenden genetischen Diagnostik unterzogen werden können. Derweil laufen Behindertenverbände Sturm, solche «Tests gegen Behinderte» einfach frei zu geben. Auch der Basler Appell gegen Gentechnologie wird sich vehement dafür einsetzten, dass die gesellschaftliche Diskussion über diese ethisch höchst fragwürdigen Pränataltests endlich in Gang kommt.