Basler Appell

 

Letzte Meldungen
Februar 2013

18. Februar 2013

Unispitäler weiten pränatale Tests aus

Der Tagesanzeiger hat eine Umfrage unter den Unispitälern durchgeführt, die den umstrittenen Praenatest, einen Bluttest für schwangere Frauen, anbieten. Mit dem Test werden DNA-Schnipsel des Emryos aus dem mütterlichen Blut gefiltert. Getestet wird vorerst auf Trisomie21. Ist der Test positiv, dann wird zur Abklärung eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt. Der Test wird als Hilfsmittel zur "Sicherheit" für Schwangere angepriesen, risikolos und leicht durchführbar. Verschleiert wird, dass nur Wahrscheinlichkeitsaussagen über ein mögliches Down-Syndrom getroffen werden können. Mit den Tests werden keine Behinderungen oder Krankheiten verhindert: In letzter Konsequenz führen positiven Testergebnisse zur Verhinderung der Träger dieser Merkmale.

Der Test ist nur für Schwangere zugelassen, die ein hohes Risiko für eine zu erwartende genetische Abweichung des Fötus aufweisen. Die Unispitäler Basel und Zürich und das Kantonsspital St. Gallen setzen sich über diese Einschränkung hinweg: Sie bieten den Test allen schwangeren Frauen an, die ihn machen möchten, egal ob sie zur Risokogruppe gehören oder nicht. Immerhin kostet der Test 1500 Franken. Der Basler Appell gegen Gentechnologie wird der Sache nachgehen und prüfen, ob die Spitäler die Tests so überhaupt anbieten dürfen. 


14. Februar 2013

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Widerstand gegen gv-Lachs wächst

Die norwegische Entwicklungsorganisation hat einen fundierten Bericht über die Risiken von gentechnisch verändertem Lachs veröffentlicht. Der Lachs soll in kurzer Zeit ein Vielfaches an Gewicht und Grösse zulegen. Die Risiken werden kleingeredet. So sollen die gv-Lachse steril sein, um eine eventuelle Vermischung mit der Wildpopulation zu verhindern, bei fünf Prozent funktioniert das Vorhaben allerdings nicht. Eine Zulassung durch die us-amerikanische Lebensmittelbehörde könnte in Kürze erfolgen. Einsprachen sind noch bis zum 25. Februar möglich. Der Widerstand in der Öffentlichkeit wächst. Eine Petition hat schon fast eine Million Unterschriften erreicht.


7. Februar  2013

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(Velokarawane gegen Freisetzungen 2009)

Erneut Freisetzungsversuche geplant!

Die Universität  Zürich hat ein Bewilligungsgesuch für die Freisetzung von gentechnisch manipuliertem Weizen beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Die Forschungsanstalt Agroscope will eine sog. "Protected Site" einrichten und ab 2014 auf drei Hektaren Versuchsareal wieder eimal gv- Weizenlinien der Uni Zürich ins Freiland aussäen. Voraussetzung hierfür ist die Bewilligung des BAFU. Zum wiederholten Mal sollen am Standort Reckenholz  "Möglichkeiten und Grenzen der grünen Gentechnologie" identifiziert werden. Bereits zwischen 2008 und 2010 wurden im Rahmen des umstrittenen Nationalen Forschungsprogrammes NFP-59 Unsummen an öffentlichen Fördermitteln im wahrsten Sinn des Wortes ins Feld gesetzt. Verwertbare Ergebnisse kamen dabei nicht herum. Sicherheits- und Risikoprüfungen wurden nicht vorgenommen. Die Verantwortlichen scheinen nicht zu verstehen, dass die Schweiz mehrheitlich gentechnikfrei bleiben will. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert das BAFU auf, den Antrag zurückzuweisen. Es bedarf keiner weiteren Freisetzungsversuche mit gv-Pflanzen. Anstatt die Steuergelder für unnütze Genprojekte zu verschwenden, sollte vielmehr die Forschung zum ökologischen Landbau unterstützt werden. Davon würde die Umwelt, die Schweizer Landwirtschaft und die Bevölkerung profitieren.


6. Februar 2013

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30 Jahre Gentech-Pflanzen - eine kritische Bestandsaufnahme

Vor 30 Jahren wurden die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt, seit fast 20 Jahren werden diese in den USA kommerziell angebaut. Die Entwicklung in den USA ist besonders deutlich von Firmen wie Monsanto und deren wirtschaftlichen Interessen geprägt. Die NGO testbiotech hat im Auftrag der Grünen im EU-Parlament eine kritische Bestandsaufnahme dieser Entwicklung erstellt. Im Fokus stehen dabei die Auswirkungen auf die Landwirte, die Umwelt und die Saatgutmärkte. Der Bericht geht auch darauf ein, welche Lehren Europa aus den Erkenntnissen ziehen kann. Der Bericht von Testbiotech als pdf.



Letzte Meldungen
Januar 2013

30. Januar 2013

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Bundesrat stellt Weichen für GVO-Anbau

Heute schickt der Bundesrat eine Koexistenzregelung in die Vernehmlassung. Damit soll nach Ablauf des Moratoriums ab 2018 der Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen auch in der Schweiz ermöglicht werden. In der Koexistenzverordnung sollen die Isolationsabstände zu konventionell oder ökologisch angebauten Pflanzen geregelt werden, dabei sind die Vorschläge des Bundesrates lächerlich gering: je nach Sorte 12 bis 100 Meter!  Ausserdem müsste dann auch die Trennung der Warenflüsse garantiert werden. Zwar sieht der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt keine offenkundigen Vorteile von GVO-Sorten, aber zukünftig soll der Anbau von Gentech-Kulturen nicht ausgeschlossen werden. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert nach Ablauf des Moratoriums ein gesetzlich verankertes Anbauverbot für GVOs! Eine Koexistenz ist in der kleinräumigen Schweizer Landwirtschaft ohnehin nicht möglich und würde nur Nachteile bringen. Sollte das Parlament der Koexistenz zustimmen, muss das Volk das letzte Wort haben.

Die Schweiz muss gentechnikfrei bleiben!


28. Januar 2013

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1 Milliarde für Hirnsimulation

Das an der ETH Lausanne angesiedelte, auch in Expertenkreisen umstrittene Human Brain Project, das das menschliche Gehirn simulieren will, wurde als EU-Flaggschiffprojekt aufgenommen und kann auf einen Geldregen hoffen. 160 Mio davon sollen aus der Schweiz selbst kommen. Wieder einmal zeigt sich, dass Unsummen in fragwürdige Forschungsprojekte gesteckt werden, von denen man sich Prestige erhofft. Ob diese Projekte auch irgendwelche verwertbaren Ergebnisse bringen können, bleibt aussen vor. Anstatt endlich Klima- und Umweltforschung oder Public Health Projekte stärker zu fördern, von denen die Gesellschaft sich eher einen Nutzen verspricht, werden wieder Milliarden verschleudert. Wir vom Basler Appell gegen Gentechnologie fordern dringend mehr demokratische Kontrolle bei der Vergabe von Forschungsgeldern und Fördermitteln. (NZZ, spiegel-online)


24. Januar 2013

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         Rapssamen (li)                 Braunsenf (re)

gv-Raps im Senf nachgewiesen

Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg hat in Senfproben wieder Verunreinigungen mit gv-Raps gefunden. Das zuständige Ministerium teilt mit, das Ende 2012 in 2 von 11 untersuchten Proben GT73 Raps nachweisbar war. Der Raps, eine herbizidresistente Sorte des US-Multis Monsanto,, wird vor allem in Kanada angebaut. Es wird vermutet, dass Rapssat, die der braunen Senfsaat ähnelt, bei der Ernte und weiteren Verarbeitung der Ölsaaten ungewollt vermischt wurden. Da der Monsanto-Raps in Europa keine allgemeine Zulassung als Lebensmittel hat, muss der Senf vom Markt genommen werden. Die Untersuchungen werden nun fortgesetzt und die Unternehmer aufgefordert, dafür zu sorgen, dass nur zugelassene Zutaten verarbeitet werden.


23. Januar 2013

nfp63_img_home_publikationen.jpegFoto: NFP 63

Stammzellstudien in der Schweiz

An der Uniklinik Balgrist läuft eine der wenigen klinischen Studien mit adulten neuronalen Stammzellen an Patienten mit einer Querschnittslähmung. Der Studienleiter, Armin Curt, gibt an, dass es vor allem darum geht, zu untersuchen, ob die Behandlung mit Stammzellen sicher ist. Ob es einen positiven Effekt gibt, stehe zur Zeit nicht im Fokus. Curt betont, dass man bisher nicht weiss, ob und wie eine Therapie wirken könnte. Man kann nicht herausfinden, wie sich die injizierten Stammzellen im Körper verhalten. Der Leiter der Studie rät Patienten dringend davon ab, sich durch einen dubiosen Versuch mit Stammzellen im Ausland behandeln zu lassen. Es gäbe keine Hinweise darauf, dass diese Eingriffe etwas bewirken. Die Risiken solcher unkontrollierter Therapieversuche seien nicht einschätzbar. Weitere Informationen: NFP63


22. Januar 2013
Fötales Erbgut: Die Testerei geht weiter

Mithilfe einer vorgeburtlichen Blutuntersuchung bei der Mutter (Praena-Test) testen Ärzte Ungeborene bereits auf Trisomie 21. Laut dem «New Scientist» haben Mediziner den Bluttest nun erweitert – sein Potential ist damit noch lange nicht ausgeschöpft. Eine Studie der Stammzellforscherin Diana Bianchi von der Tufts University School of Medicine zeigte zusammen mit der US-Firma Verinata Health, Spezialist für nichtinvasive Früherkennung, dass der Nachweis von subchromosomalen Defekten ebenfalls möglich ist. Die seltenen Veränderungen spielen etwa eine Rolle bei Entwicklungsstörungen des Nervensystems. «Die Ergebnisse sind vielversprechend», sagt der Genetiker Markus Stumm vom Zentrum für Pränataldiagnostik und Humangenetik in Berlin. «Hochauflösende gesamtgenomische Analysen, bei denen auch kleine chromosomale Veränderungen erkannt werden, werden in der Pränataldiagnostik immer wichtiger.» Der Praena-Test ist ein erster Schritt in diese Richtung. Bereits Ende Januar will der Hersteller Life-Codexx selbst eine Erweiterung in Deutschland auf den Markt bringen: Die schließt dann auch die Diagnostik der Trisomie 13 und 18 ein. Es besteht kein Zweifel: Die Zahl der Abtreibungen wegen chromosomaler Unregelmässigkeiten wird weiter steigen - ob wir uns das wünschen, oder nicht.


21. Januar 2013
Bald neue Versuche mit Superviren

Ein Jahr lang haben Virologen keine Experimente mehr mit den im Labor erschaffenen Superviren gemacht. Doch die Versuche mit gentechnisch veränderten Erregern der Vogelgrippe könnten in Kürze wieder aufgenommen werden. Das Ende eines entsprechenden Moratoriums soll nach Auskunft mehrerer Experten schon in der kommenden Woche verkündet werden, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS). Das Moratorium war vor allem auf Drängen amerikanischer Sicherheitsbehörden zustande gekommen. Die deutsche Gesellschaft für Virologie begrüßte laut FAS das Ende des Moratoriums. Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn und der gesellschaftliche Nutzen von Experimenten mit Vogelgrippeviren seien unter Einhaltung der nötigen Sicherheitsvorkehrungen größer als die möglichen Risiken. Kritik übte der amerikanische Molekularbiologe Richard Ebright. Er hält es für unverantwortlich, die Experimente fortzuführen, ehe strikte und international verbindliche Richtlinien für den Umgang mit solchen Erregern in Kraft getreten seien.


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Insektizide gefährden Bienen

Wovor Kritiker schon lange warnen, hat nun auch die EU-Behörde für Lebensmittelsicherseit EFSA ermittelt: Sie warnt jetzt vor drei Insektiziden, die für Bienen gefährlich sind. Untersucht wurden die Insektizide Clothianidin, Imidaclopri und Thiamethoxam der Firmen Bayer und Syngenta. Die Insektizide gehören zur Gruppe der Neonikotinoide, die für das Massensterben von Bienenvölkern mit verantwortlich sind. Sie zeigen gravierende Auswirkungen auf den Orientierungssinn der Bienen, so dass diese nicht mehr in die Bienenstöcke zurückfinden. Ein Sprecher der Behörde, die nun wahrlich nicht als allzu kritisch bezeichnet werden kann, sprach von ziemlich beunruhigenden Schlussfolgerungen.  Das europäische Anti-Pestizid-Netzwerk Pan Europe fordert den Gesundheitskommissar auf, umgehend ein Verbot der Stoffe vorzuschlagen; gerichtliche Schritte werden ansonsten nicht ausgeschlossen. Der Bundesrat war noch im letzten Oktober der Auffassung, dass es für die Schweiz nicht erforderlich sei, die Insektizide zum Schutz der Bienen zu verbieten. (tagblatt.ch, spiegel-online)


15. Januar 2013
Bio-Datenbank am Unispital Lausanne

Um Ursachen und Entwicklung von Krankheiten besser zu verstehen, will das Uni-Spital Lausanne eine Biobank aufbauen. Blut- und Gewebeproben von PatientInnen sollen dort erstmals in der Schweiz systematisch gesammelt und genetisch analysiert werden. Laut einem Beitrag der Tagesschau sollen die Daten dazu dienen, neue Therapien und Medikamente zu entwickeln. Die Abgabe der Blut- und Gewebeproben ist freiwillig. Am Unispital Lausanne geht man davon aus, dass jährlich 15'000 PatientInnen ihre Proben zur Verfügung stellen werden. Wieder einmal wird von einer nationalen Datenbank geträumt,  die von allen Unispitälern der Schweiz getragen werden soll und die den Forschenden zur Verfügung steht, um vor allem bei der Bekämpfung von Krebs endlich einen Schritt weiter zu kommen. Ein gravierendes Problem: Der Umgang mit Biobanken ist in der Schweiz bisher gesetzlich nicht zufriedenstellend geregelt. Sowohl im Humanforschungsgesetz wie auch in Gendiagnostik- und Datenschutzgesetz wird das Thema Biobanken ausgeklammert. Der Beitrag des SRF zeigt klar, dass diesbezüglich nun dringend Handlungsbedarf besteht.


10. Januar 2013
Spanien: Eizellenmarkt boomt

Um einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Misere in Spanien zu finden, stellen sich junge Frauen immer häufiger als Eizellspenderinnen zur Verfügung. Mit der Bezahlung von etwa 1000 Franken finanzieren sie ihr Studium oder das tägliche Leben. Dafür setzen sie ihre Gesundheit aufs Spiel: Hormone müssen gespritzt werden, um eine Reihe von Eizellen reifen zu lassen. Bis zu 17 Eizellen können dann bei einer OP gewonnen werden. Unfruchtbare Paare zahlen für eine Behandlung mit einer fremden Eizelle mindestens 12000 Franken. (Video: auslandsjournal zdf)

Noch ist die Eizellspende in der Schweiz verboten, allerdings gibt es Bestrebungen, dies zu ändern. Das Unispital Basel will jedenfalls vorbereitet sein und hatte bis zum Ende Dezember 2012 eine Umfrage unter jungen Frauen lanciert, unter welchen Bedingungen diese ihre Eizellen abgeben würden. Immerhin konnten diese dann einen roten IPod gewinnen!


3. Januar 2013

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Polen verbietet gv-Pflanzen

Die polnische Regierung hat ein nationales Anbauverbot gegen MON810 einen gentechnisch veränderten Mais von Monsanto und die gv-Kartoffel Amflora des Bayer-Konzerns verhängt. Beide Sorten sind in der EU zugelassen, allerdings haben mehrere Staaten nationale Anbauverbote erlassen. Die Regelung tritt am 28. Januar 2013 in Polen in Kraft. Seit mehreren Jahren haben sich Umweltverbände und Bauernorganisationen in Polen für ein Verbot eingesetzt. Auch der Basler Appell gegen Gentechnologie hat den Widerstand unterstützt. Damit gibt es weiteren Gegenwind gegen die lasche EU-Zulassungspolitik. Weitere Informationen bei Greenpeace Österreich


2. Januar 2013

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Foto: AquaBounty (gv-Lachs im Hintergrund)

US-Kampagne gegen gv-Lachs

Mehrere us-amerikanische NGOs haben eine Kampagne gegen die Marktzulassung von gv-Lachs lanciert. Nach jahrelangem Tauziehen hat die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA noch Ende Dezember 2012 einem gentechnisch manipulierten Lachs der Firma AquaBounty eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt. Allerdings sollen noch weitere Umweltverträglichkeitsprüfungen erfolgen.