Basler Appell

 

Meldungen | April 2014

30. April 2014

Einspruch gegen Patent auf «Krebs-Schimpansen»

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Bild: www.greatapeproject.de

Nahezu ein Dutzend Organisationen haben gemeinsam Einspruch gegen ein europäisches Patent (EP 1364025) der australischen Firma Bionomics eingelegt. Die Firma beansprucht Gene, die aus dem menschlichen Körper isoliert wurden und an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Laut Patent sollen mit diesen Genen Schimpansen und verschiedene andere Säugetierarten wie Schweine, Schafe, Hunde und Katzen manipuliert werden. Die Tiere hätten dann ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken und sollen in Tierversuchen eingesetzt werden. Bionomics hält bereits drei europäische Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen, weitere Patente sind angemeldet. Am Einspruch beteiligt sind u.a. die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, der Deutsche Tierschutzbund, das Gen-ethische Netzwerk (GeN), Testbiotech und die Wild Chimpanzee Foundation, Germany (WCF). Der Einspruch wird durch 15500 Unterschriften unterstützt. (www.testbiotech.org)


25. April 2014

Brasilien: Freisetzung von Gentech-Mücken

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Bild: Wikipedia

Der britische Konzern Oxitec verfolgt schon seit längerem das fragwürdige Konzept, mittels gentechnisch veränderter Insekten die Ausbreitung bestimmter Krankheiten zu verlangsamen. In Brasilien setzte der Konzern deshalb erneut riesige Mengen gentechnisch manipulierter Tigermücken frei, die mit verantwortlich sind für die Übertragung des Dengue-Fiebers. Die freigesetzten, männlichen Gentech-Mücken sollen durch die Paarung mit «normalen» Weibchen transgene Nachkommen erzeugen, die sterben, bevor sie ausgewachsen sind und sich selbst fortpflanzen können. Man erhofft sich, dass die Tigermücke auf diese Weise langsam aber sicher ausstirbt. Allerdings wird das Dengue-Fieber nicht allein durch die Tigermücke übertragen, so dass die Rechnung nicht aufgeht. Ausserdem existieren keine Daten, die tatsächlich belegen, dass die Ausbreitung des Dengue-Fiebers durch die Freisetzung von Gentech-Mücken beeinflusst werden kann. Auch liegen keinerlei Studien vor, die sich mit den Risiken einer solchen Freisetzung befassen. (www.genewatch.org)


23. April 2014

Embryonen aus dem Erbgut eines 75-Jährigen

Forscher in den USA haben angeblich erstmals geklonte Embryonen aus den Hautzellen eines 35- beziehungsweise eines 75-jährigen Mannes hergestellt. Dafür habe man aus Hautzellen der Männer den Zellkern mit dem Erbgut entnommen und sie jeweils in eine zuvor entkernte menschliche Eizelle injiziert. Einige der neuen Eizellen entwickelten sich dann zu Blastozysten, also sehr frühen Embryonen. Damit sei erstmals gezeigt, dass sich Zellen von erwachsenen Menschen als Ausgangsmaterial fürs Klonen eignen. Die Klone wurden dann allerdings durch die Entnahme von embryonalen Stammzellen wieder zerstört. Für die Herstellung der 5 geklonten Embryonen waren 77 Eizellen benötigt worden. (www.cell.com)


3. April 2014

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Bild: I-vista/pixelio.de

EU: Neuregelung für Forschung am Menschen

Ergebnisse klinischer Studien müssen in der EU bald veröffentlicht werden - auch die negativen. Mit der am Mittwoch beschlossenen Neuregelung, die den Kompromissvorschlag vom Dezember 2013 nun final bestätigt, will die EU die Transparenz im Gesundheitssystemerhöhen. Die EU-Kommission hatte im Juli 2012 einen ersten Vorschlag vorgelegt, der zunächst sehr umstritten war. Viele kritische Punkte wurden jetzt auf Druck des EU-Parlaments jedoch geändert. Ohne das zustimmende Votum einer Ethikkommission darf in der EU auch weiterhin keine klinische Prüfung durchgeführt werden. Streit gab es ausserdem um die Forschung an sogenannten nicht einwilligungsfähigen Patienten wie etwa Demenzkranken. Hier drängten einige Mitgliedsstaaten darauf, dass nicht nur Tests, bei denen man ein positives Ergebnis für einen einzelnen Patienten erwartet, zugelassen werden, sondern auch sogenannte «gruppennützige Forschung». Hier würde der Einzelne nicht um seine Zustimmung zum Pharmatest gebeten. Ein Teil der Politiker empfand dies vertretbar, sofern diese Tests nur mit minimalen Risiken und minimaler Belastung für den Einzelnen verbunden seien. Letztlich konnten sie sich aber nicht durchsetzen.(www.spiegel-online.de)


2. April 2014

Erneut gefälschte Stammzellstudie

Wissenschaftler sprachen schon von einer neuen Ära der Stammzellbiologie. ForscherInnen hatten berichtet, Zellen auf denkbar einfache Weise verjüngt zu haben. Nun beschuldigt das Riken-Institut im japanischen Kobe seine eigene Forschungsleiterin, sie habe in der Arbeit stellenweise manipuliert und gefälscht. Dieses Ergebnis einer internen Untersuchung gab das Institut bekannt. Ausgelöst hatten die internen Untersuchungen Zweifel an einigen Darstellungen und Formulierungen in dem Papier, das Ende Januar im britischen Fachblatt «Nature» erschienen war. Darin hatten die Wissenschaftler aus Japan und den USA berichtet, dass sie unter anderem mit Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Die Forscherin wies die Anschuldigungen über ihren Anwalt jedoch energisch zurück. Das Institut plant, die Ergebnisse innerhalb eines Jahres zu überprüfen. Dabei sollen Labortests wiederholt werden. Ob Obokata und ihre Mitautoren das Papier zurückziehen, bleibt unklar. (www.spiegel-online.de)



Meldungen | März 2014

26. März 2014

url.jpegBild: Entnahme von Eizellen, www.unipublic.uzh.ch

Debatte zur Eizellenspende

Bereits im Januar hat die nationalrätliche WBK der Parlamentarischen Initiative des Waadtländer Nationalrates Neirynck zur Zulassung der Eizellspende in der Schweiz Folge geleistet. Der Herr Nationalrat ist der Auffassung, dass es keinen biologischen oder ethischen Grund gäbe, zwischen der Eizellspende und der Samenspende zu unterscheiden (siehe Foto!). Bedauerlich, dass dieser Argumentation, die jeglicher Grundlage entbehrt, eine Mehrheit gefolgt ist. Jetzt ist die WBK des Ständerates gefragt. In der Sitzung am 10. April wird die Vorlage beraten. Es scheint, als wolle man jetzt schnell noch alle möglichen Wünsche der Reproduktionslobby erfüllen. Die Gelegenheit ist günstig, denn das Fortpflanzungsmedizingesetz wird ohnehin für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik überarbeitet. Man darf gespannt sein, wieviele Schweizerinnen ihre Eizellen zur Verfügung stellen werden. Die Eizellenspende führt zur auch zur ökonomischen Ausbeutung von Frauen, die aus finanziellen Gründen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. (Argumente gegen die Eizellenspende)


18. März 2014

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Bild: www.lid.ch

gv-Weizen in Reckenholz

Noch im März will die Uni Zürich Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Weizenlinien beginnen. Agroscope hat dafür in Reckenholz eine Protected-Site eingerichtet, auf der der mehltauresistente gv-Weizen dann ungestört vor sich hinwachsen soll. Wieder einmal will man die Möglichkeiten und Grenzen von gv-Pflanzen untersuchen. Wieder einmal wird ein Batzen Steuergelder für unnütze Versuchsreihen verschwendet, der besser in der Forschung zum ökologischen Landbau eingesetzt würde. Trotz Anbaumoratorium in der Schweiz sind solche überflüssigen Freisetzungsversuche erlaubt. Agroscope lädt zur Besichtigung und Medienkonferenz am 19.3. um 10.15 direkt vor Ort ein. Wir vom Basler Appell sagen: Schluss damit - die Schweizer Landwirtschaft ist gentechfrei und will es bleiben! (Medienmitteilung Basler Appell)


5. März 2014

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Bild: www.biovision.ch

Globi, der schlaue Biobauer

2014 ist das internationale Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe. Biovision hat zusammen mit dem Globi-Verlag ein Kinderbuch produziert. Es erzählt, wie Globi seinen Bauernhof auf ökologische Landwirtschaft umstellt und bei einer Reise nach Afrika von einer Kleinbäuerin lernt. Zu bestellen http://www.biovision.ch/news/shop/

 



3. März 2014

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Bild: www.transgen.de

GVO-Monitoring Schweiz: Keine neuen Fundorte

Seit 2011 führt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Umweltmonitoring durch, um in der Umwelt unbeabsichtigte Verunreinigungen mit GVO nachzuweisen. Auch 2013 untersuchte man Rapspflanzen an drei Standorten mit erhöhtem Risiko für eine unbeabsichtigte Freisetzung (Silo, Oelmühlen). Dort wurden keine GVO-Pflanzen nachgewiesen. Allerdings fand man an einem bekannten verunreinigten Standort (Hafen Kleinhünigen) neben der schon im Jahr 2012 gefundenen transgenen Rapslinie Spuren einer zweiten GVO-Rapslinie.  Am selben Standort fand man zudem zwei herkömmliche Rapspflanzen, die transgene Samen trugen. Im Rahmen der Umweltüberwachung wird auch der von Honigbienen gesammelte Pollen auf den Gehalt von GVO-Pollen untersucht. 2013 wurden bei der Untersuchung von Rapspollen aus den Grenzkantonen Schaffhausen und Genf jedoch keine Anteile von GVO-Pollen festgestellt. (Medienmitteilung BAFU)