Basler Appell

 

Meldungen | Februar 2014

26. Februar 2014

Patentamt unterstützt Monsanto!

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Bild: www.soja-wissen.de

Das Europäische Patentamt erteilt heute dem GenMulti Monsanto ein Patent auf die Untersuchung und Auswahl von Sojapflanzen (EP08742297), die an unterschiedliche klimatische Bedinungen angepasst sein sollen. Betroffen sind wilde und gezüchtete Sojapflanzen aus Australien und Asien. Für die konventionelle Züchtung beansprucht Monsanto ein Monopol auf die Verwendung von mehreren 100 Genvarianten, die bei diesen Pflanzen natürlicherweise vorkommen. Das Patentamt ebnet den Weg für Monsanto, die Kontrolle über die genetische Vielfalt zu erlangen. Diese wird benötigt, um beispielsweise Nutzpflanzen an den Klimawandel anzupassen. (no patents on seeds)
 


20. Februar 2014

Panne: Patent auf konventionelle Züchtung erteilt

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Bild: discounto.de

Das Europäische Patentamt hat gestern ein Patent auf Wassermelonen für die Firma H.M. Clause erteilt, die zum französischen Konzern Limagrain gehört (EP 1816908). Die Pflanzen sollen mehr Verzweigungen und kleinere Früchte als üblich haben. Das Patent erstreckt sich auf Saatgut, die Pflanzen und die Melonen. Allerdings wurden die Pflanzen durch Kreuzung und Selektion erzeugt, also per Standardverfahren, die laut europäischen Patentgesetzen nicht patentiert werden dürfen. Das EPA konnte die Erteilung wegen angeblich «technischer Verfahrensfehler» nicht mehr stoppen. (no patents on seeds)

 


13. Februar 2014

Eizellenspende, Leihmutterschaft: Ethikkommission kennt keine Grenzen!

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Bild: mammi-net.de

Die Nationale Ethikkommission NEK unterstützt mit einer heute veröffentlichten Stellungnahme die aktuellen Bestrebungen in der Schweizer Politik, alles technisch Machbare in der Fortpflanzungsmedizin zuzulassen. Von der PID für alle IVF-Fälle, über die Eizellenspende und Embryonenspende bis hin zur Leihmutterschaft halten die EthikerInnen alles für legitimierbar. Die Grenzen sind fliessend und die Wunschliste der Reproduktionsmedizin soll jetzt abgearbeitet werden, wo man doch sowieso das Fortpflanzungsmedizingesetz ändert. Der Basler Appell gegen Gentechnologie weist seit langem darauf hin, dass der ethische Dammbruch eingeleitet ist. Dass die EthikerInnen sich jetzt auch auf das hanebüchene Argument, die Eizellenspende müsse wegen der Gleichberechtigung zugelassen werden, versteifen, wirft wirklich ein schlechtes Licht auf die Truppe. (Medienmitteilung Basler Appell)

 


 

12. Februar 2014

 

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Bild: sueddeutsche.de

EU: Genmaissorte 1507 vor Anbauzulassung

Immerhin 19 der 28 Mitgliedsstaaten haben sich im EU-Ministerrat gegen die Zulassung der gv-Maissorte des US-Konzerns Pioneer zum Anbau in der EU ausgesprochen. Eine qualifizierte Mehrheit wurde damit leider nicht erreicht. Der Vorschlag geht nun zurück an die EU-Kommission. Es ist davon auszugehen dass der Antrag trotz Widerstand der Bevölkerung in den meisten EU-Ländern, genehmigt wird. (Neue Zürcher Zeitung)


3. Februar 2014

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Bild: www.evb.ch

Widerstand gegen Paprika-Patent

Heute erhoben 32 Bauern-, Züchter-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus 26 Ländern beim Europäischen Patentamt Einspruch gegen ein Paprika-Patent von Syngenta. Der Einspruch richtet sich gegen ein im Mai 2013 vom Europäischen Patentamt (EPA) gewährtes Patent, das dem Schweizer Konzern Syngenta die exklusiven Rechte auf gegen weiße Fliegen resistente Paprika (oder Peperoni, wie die Schweizer es nennen) sichert. Es ist für viele europäische Länder gültig und bedeutet, dass andere Züchter diese Pflanzen nicht mehr frei zur eigenen Zucht verwenden dürfen. Da diese spezifische Resistenz aus einer wilden jamaikanischen Sorte in eine kommerzielle Paprika eingekreuzt wurde, handelt es sich nach Ansicht der Einsprechenden keinesfalls um eine Erfindung von Syngenta. Bereits im Mai 2012 verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution, die das EPA auffordert, Produkte aus konventioneller Züchtung nicht mehr zu patentieren. Die Behörde ignorierte diese Aufforderung bislang aber und Konzerne wie Syngenta profitieren von dieser Erteilungspraxis.



Meldungen | Januar 2014

30. Januar 2014

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Gentest-Shop in Basel: Babytest zurückgezogen!

Nach öffentlicher Kritik, dass in dem Gentest-Store und auch per Internet ein Gentest für Babys und Kinder angeboten wird, hat die Firma den Gentest für Babys jetzt für die Schweiz gesperrt. Klickt man auf die entsprechende Seite, findet man den Hinweis, dass diese Tests in der Schweiz nicht erhältich sind. Ob dies nur Augenauswischerei ist, wird sich zeigen.


27. Januar 2014

Gentest-Shop in Basel: Gentests für Babys im Angebot!

In Basel hat ein Flagshipstore für Gentests eröffnet, im Hardhof in der Hardstrasse 52. Das Publikum findet - einseitige - Informationen zu Gentests und kann dann gleich vor Ort einkaufen: Gentest für Gewichtsabnahme, für gezielteren Sport also das ganze Life-Style Programm. Nachh einer Strafanzeige des Basler Appells wird von Swissmedic und der Staatsanwaltschaft geprüft, ob diese Gentests gegen das Gentestgesetz verstossen. Wer sich darauf einlässt, kann davon ausgehen, dass er für sein Geld völlig sinnentleerte Aussagen bekommt und viel Geld für ein unwissenschaftlich und unseriöses Angebot ausgibt. Ein Angebot aber bleibt nicht nur in der rechtlichen Grauzone sondern müsste sofort vom Markt genommen werden: Gentests an Neugeborenen und Kindern! Das Gentestgesetz schreibt eindeutig vor, dass Gentests bei Nichteinwilligungsfähigen nur dann durchgeführt werden dürfen, wenn sie für deren Gesundheit unbedingt nötig sind. Mit dem Genteststore wird eine weitere Grenze überschritten. Wir fordern die zuständigen Behörden auf, endlich zu handeln und diesen illegalen und unseriösen Angeboten einen Riegel vorzuschieben. Die Rechte von Kindern werden verletzt und für Profitmache schamlos ausgenützt. 


10. Januar 2014

Beschwerde gegen EU-Zulassung von SmartStax

Gestern legte Testbiotech, das deutsche Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Beschwerde gegen die Entscheidung der EU-Kommission ein, den gentechnisch veränderten Mais SmartStax in Lebens-und Futtermitteln zuzulassen. SmartStax ist ein Produkt der Konzerne Monsanto und Dow AgroSciences. Der Gentech-Mais produziert sechs verschiedene Insektengifte (Bt-Toxine) und ist resistent gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel (Glyphosat und Glufosinat). Eines der Insektengifte wird auf der Grundlage von synthetischer DNA gebildet und kommt in der Natur bislang nicht vor. Im November 2013 hatte die EU-Kommission den Einsatz von SmartStax in Lebens- und Futtermitteln erlaubt. Mit der Beschwerde will Testbiotech erreichen, dass die Marktzulassung widerrufen wird. Nach den Bestimmungen der EU hat die Kommission zwei Monate Zeit, um zu antworten. Danach besteht eventuell die Möglichkeit, auch den Gerichtshof der Europäischen Union mit diesem Fall zu befassen.