Basler Appell

 

Letzte Meldungen
August 2013

26. August 2013

Monsanto beginnt mit Rückzug aus Europa

Nach der Ankündigung von Monsanto, die Anträge auf neue Anbauzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU nicht länger zu verfolgen, hat der US-Konzern jetzt tatsächlich erstmals mindestens vier Anmeldungen zurückgenommen. Betroffen ist transgener Mais, der Insektengifte produziert und/oder gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat («Roundup» ) resistent gemacht ist (Mon89034, NK603 x MON810, MON89034 x Nk603, Mon89034 x Mon88017). Dies geht aus dem Register der EU-Lebensmittelbehörde EFSA hervor. Nicht betroffen von dieser Entwicklung ist der Import gentechnisch veränderter Pflanzen für Lebens- und Futtermittel. Nach wie vor verfolgt Monsanto laut Testbiotech, dem Institut für unabhängige Folgeabschätzung in der Biotechnologie, den Antrag auf Zulassung des mehrfach gentechnisch veränderten Mais SmartStax weiter, der gleich sechs Insektengifte produziert und gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel resistent gemacht wurde. Die EU-Kommission hat gegenüber deutschen Medien bereits angekündigt, dass der Mais im September oder Oktober für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln zugelassen werden soll.


23. August 2013

Gene gelangen von der Nahrung ins Blut

Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass komplette Gene aus Nahrungsmitteln in die Blutbahn von Menschen gelangen können. Forscher verschiedener Universitäten aus Ungarn, den USA und Dänemark untersuchten Blutproben – und fanden darin DNA-Abschnitte, anhand derer sie zum Beispiel feststellen konnten, ob jemand Kartoffeln oder Tomaten gegessen hatte. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht nur ein Teil der DNA nicht vollständig abgebaut wird, sondern dass Fragmente, die lang genug sind um komplette Gene zu tragen, vom Verdauungstrakt ins Blut gelangen können», schreiben die Wissenschaftler im nicht-kommerziellen Fachjournal Plos One. Besonders häufig scheint das pflanzliche Erbgut im Blutplasma von Menschen aufzutauchen, die an chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten leiden. Über welche Mechanismen die DNA den Verdauungsprozess übersteht und ins Blut gelangt, ist noch unklar. (www.keine-gentechnik.de)


16. August 2013

Neuer Freisetzungsversuch in der Schweiz

weizen_zoom.jpgBild: transgen.de

Die Universität Zürich darf einen Freisetzungsversuch mit einer gentechnisch veränderten Weizensorte durchführen, die resistenter gegen Mehltau ist. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat den Versuch mittels einer Verfügung bewilligt, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. Ziel des Freisetzungsversuchs ist, herauszufinden, wie sich Weizenlinien, deren Resistenz gegen Mehltau  durch gentechnische Veränderungen erhöht wurde, auf freiem Feld verhalten und wie sich diese Resistenz auswirkt. Ähnliche Versuche wurden bereits im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP59 durchgeführt, mit dem negativen Effekt, dass auch der hochgiftige Mutterkornpilz auf den Gentech-Pflanzen nachgewiesen werden konnte. Der Basler Appell gegen Gnetechnologie setzt sich seit jeher gegen jegliche Freisetzungen gentechnisch manipulierter Pflanzensorten auf Schweizer Äckern ein. Der Verein verurteilt die Bewilligung des Versuchs deshalb aufs Schärfste.


8. August 2013

Patent auf «Krebs-Schimpansen»

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Die Firma Bionomics erhält Patent auf menschliches Gen und genmanipulierte Affen. Das Europäische Patentamt hat erneut ein Patent erteilt, das gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Affenarten umfasst. Das Patent mit der Kennzeichnung EP1364025 wurde am 31. Juli 2013 für die australische Firma Bionomics erteilt. Die Firma beansprucht Gene, die aus dem menschlichen Körper isoliert wurden und natürlicherweise die Entstehung von Krebs verhindern sollen. Laut Patent sollen diese Gene bei Schimpansen künstlich stillgelegt werden - die Tiere hätten dann ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Bionomics hält bereits drei weitere Patente auf Schimpansen mit Störungen des Nervensystems. Die NGO Testbiotech prüft die Möglichkeiten, gegen das Patent vorzugehen. 



Letzte Meldungen
Juli 2013

29. Juli 2013

Grossbritannien: Bevölkerung lehnt Gentech-Pflanzen ab

79 Prozent der KonsumentInnen in Grossbrtiannien  äussern sich laut einem Bericht in «Farmers Weekly» ablehnend gegenüber Gentech-Nahrungsmitteln. Eine neue Meinungsumfrage in Grossbritannien zeigt, dass Gentech-Pflanzen dort unerwünscht sind. Eine weitere Umfrage kommt zwar zum Ergebnis, dass eine Mehrheit der Landwirte vor Ort unter gewissen Bedingungen bereit wäre, Gentech-Nutzpflanzen anzubauen. Britische Bauern sind allerdings auch der Meinung, dass in erster Linie Agro-Konzerne von der Gentechnologie profitieren würden. Mehr als 70 Prozent der Befragten möchten zudem, dass Gentech-Lebensmittel deklariert werden müssen.


19. Juli 2013

EU-Kommission: Langzeitfütterungsstudie mit Gentech-Mais

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Foto: www.fotolia.com

Die Forschergruppe um Gilles-Eric Séralini an der Universität in Caen (F) hatte letztes Jahr eine Studie publiziert, wonach Ratten, die mit dem Gentech-Mais NK603 von Monsanto gefüttert worden waren, ein deutlich höheres Krebsrisiko besassen als mit konventionellem Mais gefütterte Ratten. Séralini war, wie nicht anders zu erwarten, von Seiten der Agrar-Lobby heftig angegriffen und diffamiert worden. Nun will die EU-Kommission klären, ob NK603 bei Ratten tatsächlich krebserregend wirkt. Hierzu schrieb die Kommission ein entsprechendes Forschungsprojekt für drei Millionen Euro aus.  Bis zum 1. Oktober können sich Interessenten für den Auftrag bewerben. Mit der Ausschreibung wird deutlich, dass die EU-Kommision Séralinis Resultate nicht einfach für unwissenschaftlich hält.


12. Juli 2013

EU: Keine Mehrheit für SmartStax

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Bild: www.testbiotech.org

Bei der Abstimmung über die EU-Marktzulassung des gentechnisch veränderten Mais SmartStax und seine Verwendung in Lebens- und Futtermitteln wurde gestern keine qualifizierte Mehrheit erreicht. EU-Kommissar Tonio Borg wird jetzt innerhalb der nächsten Wochen über die Marktzulassung entscheiden. Bitte unterstützen Sie weiterhin die E-Mail-Aktion von Testbiotech e.V. (Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie), um eine EU-Zulassung zu verhindern. Bisher wurden bereits über 4500 E-Mails an die EU-Kommission verschickt. Die E-Mail-Aktion und weitere Informationen finden Sie hier.


12. Juli 2013

Künstliche Befruchtung soll nur 200 Euro kosten

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung können laut Wissenschaftlern des Genk Institute for Fertility Technology um Tausende britische Pfund auf rund 170 Pfund (rund 200 Euro) reduziert werden. Zwölf Kinder wurden bisher nach Angaben der BBC mit Hilfe dieses Verfahrens geboren. Dabei wird teure medizinische Ausstattung durch einfache Zutaten ersetzt. Die auf einer Tagung der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)in London präsentierten Daten legen nahe, dass die Erfolgsrate bei diesem Verfahren ähnlich hoch ist wie bei einer konventionellen künstlichen Befruchtung. Fruchtbarkeitsbehandlungen sind teuer. Große Mengen an Kohlendioxid sind für die Kontrolle der Säurewerte der wachsenden Embryos erforderlich. Das wird mittels Kohlendioxid-Inkubatoren, medizinischem Gas und Luftreinigung durchgeführt. Die Forscher des Genk Institute for Fertility Technology mischen im Gegensatz dazu billige Zitronensäure und Natriumbicarbonat und stellten so Kohlendioxid her. Der leitende Wissenschaftler Willem Ombelet betont, dass die Wissenschaftler fast mit einem «Alka-Selzer-Verfahren» erfolgreich gewesen seien. Auf der Tagung wurde eine Schwangerschaftsrate von 30 Prozent bekannt gegeben, sie entspricht in etwa denen der IVF.


11. Juli 2013

EU-Umweltausschuss fordert Begrenzung von Biosprit

 

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Bild: www.spiegel.de

Biosprit könnte in der EU in Zukunft eingeschränkt werden: Bis 2020 sollen Biokraftstoffe, die etwa aus Mais, Raps oder Palmöl hergestellt werden, nur 5,5 Prozent der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor ausmachen. Das hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments laut Spiegel-online heute in einer Vorentscheidung beschlossen. Nach dem Beschluss werden Biokraftstoffe, deren Produktion mit unerwünschten Nebeneffekten für die Nahrungsmittelsicherheit und die Umwelt verbunden sind, mit einem Malus belegt. Die Regelung soll verhindern, dass die Treibstoff-Produktion die Herstellung von Nahrungsmitteln beeinträchtigt.


8. Juli 2013

Künstliche Befruchtung: Embryonen-Erbgut soll überprüft werden

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Bild: www.spiegel.de

Laut Spiegel-online wollen Britische Ärzte durch eine verbesserte Erbgutanalyse die Chancen für Paare mit Kinderwunsch erhöhen. Nach Angaben des Deutschen IVF-Registers fürs Jahr 2011 führen lediglich 36 Prozent aller Embryotransfers nach einer konventionellen IVF zu einer Schwangerschaft. Britische Mediziner berichten nun, dass sie diese Quote möglicherweise verbessern können - mit einer neuen Form der Präimplantationsdiagnostik (PID). Das Team um Dagan Wells von der University of Oxford nutzte dafür eine relativ schnelle und günstige Methode der Erbgutanalyse, das sogenannte Next Generation Sequencing (NGS), mit dem sie das gesamte Erbgut untersuchen. Das NGS erhöhe angeblich die Chance, tödliche Gendefekte zu entdecken, die dazu führen, dass sich Embryonen gar nicht erst einnisten. Da Wells bisher nur von einigen Einzelfällen berichtet, sind Experten jedoch skeptisch, ob NGS die Chance auf eine Schwangerschaft tatsächlich erhöht.  


1. Juli 2013

EU-Pläne für Pharmatests unterwandern Patientenschutz

Laut Spiegel-online hat der EU-Gesundheitsausschuss nach längerem Streit nun einen Entwurf für die «EU-Verordnung über klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln» vorgelegt. Sie soll regeln, wie zukünftig Pharmatests am Menschen durchzuführen sind und wie mit den ermittelten Daten umgegangen werden darf. Für Studienleiter aus Industrie und Forschung soll die Suche nach Probanden deutlich einfacher werden. In Zukunft soll es etwa möglich werden, in manchen Fällen Patienten auch ohne ihre informierte Einwilligung in eine Studie einzuschliessen. Eine solche Regelung würde gegen die Grundrechte-Charta der EU verstossen. Sie wäre auch eine Gefahr für das Recht auf körperliche Selbstbestimmtheit. Sinnvolle Regeln zum Schutz der Patienten würden gefährlich aufgeweicht, warnt daher auch Otmar Kloiber, Generalsekretär des Weltärztebundes. KritikerInnen werfen der Kommission vor, Patienten unwissentlich zum Verfügungsobjekt medizinischer Forschung machen zu wollen.