Basler Appell

 

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Dezember 2012

19. Dezember 2012

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Stortinget - Parlamentsgebäude Oslo

Norwegen verbietet Gentech-Raps

Die norwegische Regierung hat den Import des gentechnisch veränderten Rapses GT 73 des US-Agrarmultis Monsanto verboten. Der Raps ist gegen das Monsanto-Spritzmittel Glyphosat resistent. DIe Entscheidung wird mit der Verunreinigungsgefahr von einheimischen Wild-Raps Arten begründet.  In der EU darf der GT-73 Raps seit 2005 importiert und verarbeitet werden. Unabhängige Experten kritisieren die Risikoprüfung durch die EU-Lebensmittelbehörde als nicht ausreichend. Nähere Informationen zu Glypohosat beim Infodienst Gentechnik.


18. Dezember 2012
Deutschland: Nächstes Jahr erneut Freilandversuche?

In Deutschland könnte es im nächsten Jahr wieder Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen geben. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte, wurde kürzlich die Freisetzung von gv-Weizen mit verändertem Proteingehalt genehmigt. Über einen weiteren Antrag wird die Behörde im Frühjahr entschieden, bei dem es um gv-Kartoffeln geht. Hinzu kommen bereits in den Vorjahren erteilte Genehmigungen, die Freisetzungen auch für die Anbausaison 2013 einschließen. Derzeit ist jedoch nicht klar, ob die Versuche tatsächlich durchgeführt werden.


13. Dezember 2012
Ständerat verlängert Gentechmoratorium

Nach dem Nationalrat hat sich jetzt auch der Ständerat klar für die Verlängerung des Gentechmoratoriums um weitere vier Jahre bis Ende 2017 ausgesprochen. Dieses Ja ist ein Bekenntnis des Ständerates zu einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz. LandwirtInnen und KonsumentInnen in der Schweiz wollen eine gentechfreie Landwirtschaft. Während der Verlängerungsdauer des Moratoriums soll eine Koexistenzverordnung ausgearbeitet werden, die den Anbau von gentechnisch manipulierten und konventionell oder biologisch angebauten Pflanzen ermöglicht. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert weiterhin ein klares Verbot der Freisetzung von gentechnisch manipulierten Pflanzen oder Organismen. Eine Koexistenz ist in der kleinteiligen Schweizer Landwirtschaft unmöglich. Die öffentlichen Mittel für die Agrarforschung müssen endlich zukünftsträchtig eingesetzt werden und in ökologisch relevante Fragestellungen der Schweizer Landwirtschaft fliessen.


12. Dezember 2012
Personalisierte Medizin: SAMW warnt vor Fehlentwicklungen

Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW sieht in der sogenannten personalisierten oder individualisierten Medizin zwar eine grosse Chance, Therapien für PatientInnen zu verbessern, gleichzeitig warnt die Akademie aber auch vor Fehlentwicklungen. Besonders kritisch sieht man die unseriösen Gentest-Angebote aus dem Internet. Bedenklich findet die SAMW aber auch, dass durch Patente auf Diagnosemethoden, die therapeutische Freiheit des Arztes beeinträchtigt werden könnte. Da der potentielle wirtschaftliche Nutzen von individualisierter Medizin sehr hoch ist, fordert die SAMW grösstmögliche Transparenz. Der Basler Appell gegen Gentechnologie beobachtet die Entwicklung auf dem Gebiet der personalisierten Medizin und wird in Kürze darüber kritisch informieren. (www.samw.ch)


11. Dezember 2012
19. Januar 2013: «Wir haben es satt!» in Berlin

Die Bilanz der Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte ist düster: In immer mehr Tierfabriken wird der Tierschutz verletzt und gefährliche Antibiotikaresistenzen entstehen. Bauernhöfe sterben und Landschaften «vermaisen». Mehr Pestizide lassen weltweit die Bienen sterben und die Artenvielfalt nimmt rapide ab. Die Spekulation mit Lebensmitteln und Land verschärft den Hunger in der Welt. Dafür landet immer mehr Getreide im Tank statt auf dem Teller. Es ist Zeit für eine Wende! Nächstes Jahr wird diesbezüglich ein entscheidendes Jahr: bei der Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik und der deutschen Bundestagswahl werden die Weichen für die Zukunft unserer Landwirtschaft und unseres Essens gestellt. 2013 bietet daher die einmalige Chance eine Agrarwende einzuläuten! Deshalb gehen wir erneut während des Internationalen Agrarministergipfels auf die Straße - das «Wir haben es satt!»-Bündnis ist stark gewachsen. Damit auch der Demonstrationszug noch größer und noch bunter wird, brauchen wir Sie! Seien Sie dabei, wenn es am 19. Januar 2013 heisst: Wir haben Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!


7. Dezember 2012
Österreich: 15 Jahre Gentechfreie Lebensmittel

15 Jahre nach ihrer Gründung hat sich die ARGE Gen­technik-frei, Europas erstes und erfolgreichstes Kennzeichnungssystem für Gentechnik-frei erzeugte Lebens­mittel, als wichtige Qualitäts­insti­tu­tion auf dem Markt etabliert. Die Gen­technik-freie Produktion ist dabei zum Erfolgsrezept und zum besonderen Qualitätsmerk­mal öster­reich­ischer Produkte gewor­den: Mehr als 1.950 österreich­ische Lebens­mittel sind mit dem Kontroll­zeichen «Ohne Gentechnik her­ge­stellt» ausgelobt. Der Großteil der Lebens­mittel kommt aus den Bereichen Milchpro­duk­te, Eier, Brot und Back­waren, Soja­produkte und Fleisch. Im Juni 2010 hat die österreichi­sche Milchwirtschaft ihre komplette Produktion auf Gentechnik-frei umgestellt; im Okt. 2010 folgten die einheimischen Frischeier. Auch Geflügel ist bereits weitgehend Gentechnik-frei; bei Schweinefleisch gibt es zahl­reiche Umstellungs­projekte. Aktuell befasst sich die EU-Kommission mit einer mög­lich­en Harmonisierung der in den letzten Jahren auch in anderen Mitgliedsstaaten entstandenen Gentechnik-frei-Kennzeich­nungs­regel­ung­en. Die ARGE Gentechnik-frei will dabei, in enger Kooperation mit dem Gesund­heitsministerium, das in Österreich in langjähriger Praxis erfolgreich erprobte System als europaweiten Standard etablieren.


4. Dezember 2012
SBV und Coop befürworten Fleisch- Kennzeichnung

Ende November trafen sich Vertreter des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) mit einer Delegation von Coop. Im konstruktiven Dialog betonten beiden Seiten die Bedeutung der im Sommer 2012 unterschriebenen Qualitätsstrategie für die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft. Wie der Medienmitteilung zu entnehmen war, sind sich Coop und der SBV  auch darüber einig, dass mit dem in der Charta zur Qualitätsstrategie deklarierten Verzicht auf den Einsatz von GVO nun die gesetzliche Möglichkeit zur Auslobung von tierischen Produkten geschaffen werden muss, die unter Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel produziert worden sind. Eine glaubwürdige Deklaration schaffe einerseits gleich lange Spiesse zum umliegenden Ausland und setze andererseits ein wichtiges Konsumentenanliegen um.



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November 2012

28. November 2012
Ethikkommission sieht Praena-Test kritisch

Die Zentrale Ethikkommssion der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW sieht ethisch relevante Aspekte, die bei der Anwendung des umstrittenen Praena-Tests, einem Bluttest, der zum Herausfiltern von Trisomie21 dient, berücksichtigt werden müssen. So gibt die ZEK zu bedenken, dass die zunehmende Verfügbarkeit von neuen technischen Möglichkeiten im Bereich der vorgeburtlichen Diagnostik auch die Gefahr in sich bergen, dass werdende Mütter und Eltern unreflektiert in Tests einwilligen, über deren Reichweite sie sich nicht bewusst sind. Die Stellungnahme der ZEK ist hier nachzulesen.


27. November 2012
Peru verbietet Gentech-Pflanzen

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Seit dem 15. November gilt in Peru ein zehnjähriges Moratorium für Anbau, Einfuhr und Vertrieb gentechnisch veränderter Organismen (GVO). In der Gesetzgebung des südamerikanischen Landes sind solche Moratorien dazu vorgesehen, kritische Beschlüsse in Ruhe überdenken und überprüfen zu können. Damit nimmt sich die Regierung von Staatschef Ollanta Humala Zeit, die Folgen der Einfuhr von »Genpflanzen« für die Bauern und die Biodiversität zu prüfen. Auch die Wirkung der Pestizide, die mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Agrarpflanzen in Zusammenhang stehen, soll geprüft werden. In der Zwischenzeit ist der Anbau und die Einfuhr von GVO verboten, sofern es sich nicht um medizinisch genutzte Produkte handelt. Bisher gelangte vor allem gentechnisch veränderte Soja aus Argentinien nach Peru, wo wegen fehlender Deklarierung die Verbraucher nicht entscheiden konnten, ob sie diese Lebensmittel konsumieren wollten oder nicht. (www.jungewelt.de)


22. November 2012
100 Tage = 1000 Schwangere ≈ 1,3 Mio Euro

Die Firma LifeCodexx gibt erfreut bekannt, dass der umstrittene Pränatest, der aus dem Blut Schwangerer die DNA Schnipsel des Embryos herausfiltert und nach Trisomie 21 fahndet, inzwischen in mehr als 150 Praxen angewandt wird. In der Schweiz wird der Test, nach Angaben der Firma, in bisher 9 Zentren angeboten, darunter auch im Uni-Frauenspital in Basel. Mehrere private Krankenkassen in Deutschland sollen inzwischen die Kosten für den Test übernehmen. Bei 1,5% der untersuchten Proben kam man zu keinem Ergebnis, da die DNA des Embryos nicht ausreichte. In weiteren 1,5% der Fälle wurde das Testergebnis dann durch eine invasive Fruchtwasseruntersuchung bestätigt. Inzwischen haben mehrere private Krankenkassen in Deutschland die Kosten für den Test übernommen. LifeCodexx kündigt die baldige Ausweitung des Tests für weitere Trisomien an. Rechnet man die Kosten für den Test hoch, dann kommt man auf über 1,2 Mio Euro, die LifeCodexx mit dem umstrittenen Gentest bisher verdient hat: Ein gutes Geschäft mit der Angst vor Krankheit und Behinderung.


22. November 2012
Futtermittel gentechfrei?

Die Importstatisktik des neuen Agrarberichtes weist aus, dass 2011 zum vierten Mal in Folge keine gvo-haltigen Futtermittel importiert wurden - so zumindest in den 59 Proben, die vom Zoll geprüft wurden. Agroscope hat noch 239 weitere Proben untersucht und dabei 4 Einheiten gefunden, die mehr als 0,9% gentechnisch veränderte Bestandteile enthielten. Diese wurden dann als falsch deklariert ausgewiesen. 2007 waren immerhin noch 55 Tonnen gvo-haltige Futtermittel importiert worden. Insgesamt betrachtet ist der Import von Futtermitteln in die Schweiz aber weiter angestiegen, auf immerhin 491 419 Tonnen im Jahr 2011. Der ausführliche Agrarbericht 2012 ist hier zu finden.


20. November 2012
IVF: Höheres Risiko für Geburtsfehler

Kinder, die mittels fortpflanzungsmedizinischer Verfahren zur Welt kommen, besitzen ein grösseres Risiko für Geburtsfehler als Kinder, die auf natürlichem Weg empfangen werden. Diese Vermutung, die schon seit längerem gehegt wird, bestätigt sich nun, wie an einer Konferenz zum Thema (BioNews) in New Orleans zu hören war. «Unsere Resultate zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen dem Einsatz fortpflanzungsmedizinischer Verfahren wie etwa der IVF (In-Vitro-Fertilisation) und einem höheren Risiko für einen Geburtsfehler», sagte Dr. Lorraine Kelley-Quon (University of California Medical Center, LA), die die Untersuchung geleitet hatte. Die Studie verglich das Auftreten von Geburtsfehlern bei mehr als 50'000 Neugeborenen in Kalifornien. 4'795 davon waren mittels IVF zur Welt gekommen. Es konnte gezeigt werden, dass bei IVF-Kindern die Wahrscheinlichkeit für einen Geburtsfehler um 25 Prozent erhöht war im Vergleich zu auf normalem Weg gezeugten Babies.


15. November 2012

01.gif Bild: Great Ape Project

Einspruch gegen Patent auf Schimpansen

Mehrere Organisationen haben Einspruch gegen ein Patent der US-Firma Intrexon auf gentechnisch veränderte Schimpansen eingelegt. Das Europäische Patentamt EPA hat das Patent EP1456346 im Februar 2012 erteil. Die Tiere sollen für die Pharma Forschung genutzt werden, nachdem sie zuvor mit synthetischer DNA, die ursprünglich aus Insekten stammt, manipuliert wurden. Das Patent verstösst gegen die ethischen Grenzen des europäischen Patentrechts und bietet einen kommerziellen Anreiz für mehr Tierversuche. Insgesamt hat das Patentamt bereits etwa 1200 Patente auf Tiere erteilt. Für den 30. November wird zu einer Demonstartion gegen Patente auf Pflanzen und Tiere in München aufgerufen.


13. November 2012
Klage gegen Spital wegen Geburt eines behinderten Kindes

Jasper Allinbone wurde im September 2009 schwer behindert geboren. Ursache war eine sogenannte «reziproke Translokation», wo zwei oder mehr Chromosomen im Erbgut falsch positioniert sind. Jaspers Mutter ist ebenfalls Trägerin der Chromosomen-Anomalie, allerdings ohne jegliche gesundheitliche Auswirkungen. Nun klagen Jaspers Eltern gegen das Spital in London, wo Jasper zur Welt kam. Der Vorwurf lautet, dass das Blut der Mutter bei einer früheren Schwangerschaft zwar untersucht worden war, nicht aber auf die besagte Chromosomen-Anomalie hin.  Wäre der entsprechende Test durchgeführt worden, so hätte man auch Jasper vorgeburtlich untersucht. Jasper starb im Alter von 3 Monaten - wären die Tests durchgeführt worden, wäre er vernutlich nie zur Welt gekommen. (Bionews vom 13.11.2012)


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8. November 2012

Bald Gentech-Insekten von Syngenta?

Die britische Firma Oxitec entwickelt gentechnisch veränderte Insekten, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden sollen - mit finanzieller und personeller Unterstützung von Syngenta. Auf den Cayman Inseln sowie in Malaysia und Brasilien wurden die gv-Insekten bereits in grossem Stil freigesetzt. Die Insekten sollen sich mit der natürlichen Population paaren und nicht lebensfähige Nachkommen zeugen. Würden die Pläne zur Kommerzialisierung umgesetzt, dann würden Abermillionen gentechnisch manipulierter Insekten in der Landwirtschaft eingesetzt. Über Gemüse und Obst würden dann tote Gentech-Larven in den Nahrungsmittelkreislauf gelangen. Zum brisanten Thema haben mehrere NGOs, darunter SWISSAID und die Erklärung von Bern einen Bericht veröffentlicht, der auch das aggressive Lobbying der (Ex-) Syngenta und heute Oxitec-Leute zeigt. Weitere Informationen auf den Seiten von Testbiotech.


12. November 2012
Bedrohte Tierarten sollen geklont werden

In Brasilien sollen vom Aussterben bedrohte Tierarten geklont werden, um ihren Fortbestand sicher zu stellen. Spezies wie Tamarin-Löwen, Mähnenwölfe oder Jaguare gehören zu diesen Gruppen. Brasilien plant das Klonen von acht verschiedenen gefährdeten Tierarten, um die Anzahl an gesunden Tieren in Gefangenschaft zu erhöhen, ohne welche aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entziehen. Forscher konnten während der vergangenen Jahre über 400 Gen-Proben sammeln und möchten in den nächsten Monaten mit dem Klonen eines Tamarin-Löwen beginnen. (www.pressetext.com)


7. November 2012
Unabhängige Forschung kaum möglich

Die Pflanzenökologin und Expertin für Biosicherheit Angelika Hilbeck von der ETH Zürich beklagt in einem Interview mit der TagesWoche erneut, dass eine unabhängige Forschung über die Auswirkungen gentechnisch veränderter Organismen kaum möglich sei. Die Risikoforschung wird von der Industrie behindert und blockiert. Die Industrie hat die Kontrolle über das Forschungsmaterial und entscheidet, welche Studien veröffentlicht werden dürfen. Kritische WissenschaftlerInnen werden diffamiert und Risiken verschleiert. 


7. November 2012
Geld der Gentechmultis hat gesiegt

Mit 53 zu 47 Prozent wurde in Kalifornien der Antrag auf Kennzeichung von gentechnisch veränderten Produkten abgelehnt. Das war fast zu erwarten, denn die Industrie hat 46 Mio US-Dollar in die Gegenkampagne gesteckt. Es wird sich nun zeigen, wie die Kampagne für eine Kennzeichnung fortgesetzt wird. Wäre der Antrag in Kalifornien angenommen worden, so hätte das Auswirkungen auf das ganze Land gehabt. Das wollten die Gentechmultis unbedingt verhindern, deshalb hat vor allem Monsanto noch im September mit einigen Millionen kräftig draufgesetzt.



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Oktober 2012

31. Oktober 2012
USA: Millionenspenden der Gentech-Industrie

Millionenschwere Spenden für eine Kampagne amerikanischer Gentechnik- und Pestizidhersteller sollen verhindern, dass es zu einer Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel kommt. Eine Initiative von Umweltverbänden hat im Bundesstaat Kalifornien einen entsprechenden Antrag eingebracht. Die Abstimmung erfolgt parallel zur Präsidentschaftswahl am 6. November. Die Gentech-Multis haben bisher über 40 Millionen Dollar gegen eine Kennzeichnung nach europäischem Muster investiert - rund zehnmal so viel wie die Befürworter aufbringen konnten. Beteiligt sind neben anderen Monsanto, DuPont, BAYER, BASF, Nestlé, Pepsi und Coca Cola und natürlich auch Syngenta. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren sieht einen klassischen Fall doppelter Sicherheits-Standards und eine Parallele zum Verkauf des BAYER-Pestizids Glufosinat: In der EU wegen erwiesener Gesundheitsgefahren vom Markt genommen, die Exporte in die USA und nach Lateinamerika wurden drastisch erhöht.


26. Oktober 2012
5. Konferenz der Gentechnikfreien Regionen

Welchen Wert haben gesunde Lebensmittel, Versorgungssicherheit und regionale Identität? Wie entsteht gegenseitige Wertschätzung und Kundenvertrauen? Worauf baut die Wertschätzung der bäuerlichen Arbeit und regional verankerter Unternehmen? Worin liegt der Wert der gentechnikfreien Landwirtschaft? Auf diese und andere Fragen will die 5. Konferenz der Gentechnikfreien Regionen in Vorarlberg am Bodensee Antworten finden. Eingelden sind Menschen, die sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und die damit verbundenen Wertschöpfungskreisläufe einsetzen: Bäuerinnen und Bauern, VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Kammern, Verbände, Bildung, Kultur, Medien, Medizin, Natur- u. Umweltschutz, Kirchen, Engagierte in Gentechnik-frei-Initiativen, ...

Anmeldeschluss: 8. November 2012, Informationen und Anmeldeformular finden Sie hier.


25. Oktober 2012
Gentechnik am Glacestiel

Wer käme schon darauf, dass hinter share happy eine Information zur Gentechnologie versteckt ist? Auch in der Schweiz wird in Zukunft Glace auf den Markt kommen, das ein Eis-strukturierendes Protein enthält, das mit Hilfe von gentechnisch veränderter Hefe hergestellt wird. Das Protein ISP soll dafür sorgen, dass das Produkt mit feinen Eiskristallen gefriert. Das Bundesamt für Gesundheit hat dem Uniliever-Konzern die Bewilligung erteilt. Eine Deklarierung ist nicht nötig, da das Protein als Hilfsstoff gilt.  Vorwiegend eingesetzt wird es in den Sorten Solero und Twister. Die Stiftung für Konsumentenschutz hat ein Informationsblatt mit einer Anleitung für VerbraucherInnen aufgeschaltet, wie man/frau die entsprechenden Produkte aufspüren kann. 


24. Oktober 2012
Syngenta-Mais wird in EU importiert

Diese Woche hat die EU-Kommision den Import der umstrittenen Genmais-Sorte MIR 162 aus Brasilien genehmigt. Der gv-Mais darf nun in Lebensmitteln und als Tierfutter verwendet werden. Die Risiken des im MIR 162 enthaltenen Insektengiftes für Mensch und Umwelt sind kaum erforscht. Kritisiert wird die Hauruck-Entscheidung auch, weil es nach dem Rücktritt von Dalli zur Zeit keinen Verbraucherschutzkommissär in der EU gibt. Der designierte Nachfolger ist noch nicht in die Materie eingearbeitet. Offenbar hat die Industrielobby hier wieder gute Arbeit geleistet. Weitere Informationen bei topagrar online und beim tv-südbaden.


22. Oktober 2012
Patentamt erklärt Schimpansen zu Erfindungen

Das Europäische Patentamt hat im Jahr 2012 drei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen erteilt. Dies geht aus einer aktuellen Recherche der Initiative «Keine Patente auf Leben!» hervor. Die Tiere sollen für die Pharmaforschung genutzt werden. Ein Bündnis von mehreren Organisationen bereitet jetzt Einsprüche gegen die Patente vor. Ziel der Initiative ist nicht nur der Widerruf, sondern ein grundsätzliches Verbot derartiger Patente. Die Träger der Initiative fürchten, dass durch kommerzielle Anreize immer mehr Tierversuche auch mit Schimpansen durchgeführt werden. Sie fordern mehr Respekt im Umgang mit Tieren.


19. Oktober 2012
EU-Kommission will Agrosprit-Boom stoppen

Agrotreibstoffe stehen seit Jahren in der Kritik, auch beim Basler Appell gegen Gentechnologie. Für ihre Produktion werden Regenwälder gerodet, sie lassen die Lebensmittelpreise ansteigen, weil der Platz auf den Äckern knapp wird, zudem werden nicht zuletzt vor allem gentechnisch veränderte Pflanzen für den Treibstoff-Gewinn eingesetzt. Jetzt nimmt endlich auch die EU-Kommission Abstand zu den einst hochgelobten Öko-Energiequellen: Die Brüsseler Behörde will die stark subventionierten Treibstoffe in Zukunft weniger fördern und negative Auswirkungen für Klima und Nahrungsmittelsicherheit stärker berücksichtigen. Allerdings gab die Behörde keine genauere Bewertung der Klimafolgen verschiedener Biosprit-Sorten ab. Anders als zunächst geplant darf die Industrie auch weiter die Verwendung von Raps- und Sojaöl als klimaschonend geltend machen.(www.spiegel-online.de)


18. Oktober 2012

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Genmanipulierte Mäuse schnüffeln Sprengstoff

Bisher werden Ratten darauf trainiert, Landminen aufzuspüren. Forscher vom Hunter College der Universität von New York setzen jetzt auf Mäuse. auf der Fachtagung Neuroscience 2012 berichten sie, dass sie Mäuse genetisch so verändert haben, dass diese 500 Mal empfindlicher als von Natur aus auf den Sprengstoff TNT reagieren. Die Gentech-Mäuse besitzen besonders viele Geruchsrezeptoren, die mehrere Chemikalien und Sprengstoffe erkennen können. Zwar hätten sich Ratten bewährt, Mäuse seien aber einfacher zu züchten und zu  halten, so die Forscher. (dradio.de)


9. Oktober 2012
EU will Gen-Honig auf den Markt lassen

Die EU-Kommission will wieder einmal im Sinn der Gentechniklobby tätig werden und eine Honigrichtlinie aus dem Jahr 2001 novellieren. Pollen sollen dann als natürlicher Bestandteil des Honigs gelten und müssten nicht deklariert werden. So will man eine Gerichtsentscheidung aushebeln, die Pollen als eine Zutat im Honig ansah. Nach dieser Entscheidung verlor dann Honig, der Pollen von nicht zugelassenen Gentechnikpflanzen enthielt, seine Verkehrsfähigkeit und musste vom Markt genommen werden. Die geplante Novelle ist absurd: Sie könnte dazu führen, dass selbst Honig, der vollständig aus Gentechnik-Raps stammt, nicht gekennzeichnet werden muss. Die Deutschen Imkerverbände warnen vor einer Änderung der Honigrichtlinie. (www.deutscherimkerbund.de)


8. Oktober 2012
Nobelpreis für Stammzellforscher

Der Japaner Shiniya Yamanaka und der Brite John Gurdon erhalten den Nobelpreis für Medizin 2012. Die beiden Forscher arbeiten an der Rückprogrammierung von gewöhnlichen Körperzellen zu Stammzellen, die sich dann in jede Gewebeart verwandeln können. Mit dieser Möglichkeit sind grosse Hoffnungen verbunden. Man könnte dann auf die Verwendung ethisch problematischer embryonaler Zellen verzichten. Gurdohn klonte bereits 1962 einen Frosch aus einer Darmzelle. Nun hoffen Forscher auf der ganzen Welt, dass sich aus diesen sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) eines Tages Ersatzgewebe herstellen lassen. Auch die Idee, Organe als Ersatz zu schaffen, holt man nun wieder hervor. Bisher allerdings bewegt die Entwicklung sich auf der Ebene der Grundlagenforschung. Für alle weitere Versprechungen ist es zu früh. Zumal sich die iPS-Zellen als gefährlich herausgestellt haben, da sie auch das Wachsen von Krebszellen fördern. (www.spiegel-online.de)