Basler Appell

 

Letzte Meldungen
September 2012

25. September 2012
Erstmals Gebärmuttertransplantation von Mutter zur Tochter

Ein Team schwedischer Wissenschaftler hat zwei Patientinnen erstmals die Gebärmutter ihrer jeweiligen Mütter eingepflanzt. Die Operationen am vergangenen Wochenende seien bei allen Beteiligten erfolgreich verlaufen, teilte die Universität Göteborg mit. Das Risiko, dass die Körper der beiden über 30 Jahre alten Frauen die neue Gebärmutter abstoßen, liegt nach Einschätzung der Ärzte bei den bei Transplantationen üblichen 20 Prozent. Um das Risiko zu minimieren, seien die Uteri der jeweiligen Mütter verwendet worden. Die nahe Verwandtschaft bringe einen «theoretischen Vorteil» und außerdem sei die Funktionstüchtigkeit dieser Gebärmütter schon bewiesen worden. In einem Jahr sollen die Frauen durch eine sogenannte In-vitro-Fertilisaton (IVF) künstlich befruchtet werden. Dabei sollen Eizellen der jungen Frauen, die vor der Transplantation entnommen wurden, mit dem Sperma ihrer jeweiligen Partner befruchtet und schließlich in der neuen Gebärmutter platziert werden. (ORF)


19. September 2012
Studie: Gentechmais führt zu höherer Krebsrate

Mit gentechnisch verändertem Mais gefütterte Ratten sterben jünger und erkranken deutlich häufiger an Krebs als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten. Zu diesem Schluss kommen französische Forscher in einer am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Food and Chemical Toxicology» veröffentlichten Studie. Für die Untersuchung wurden 200 Ratten zwei Jahre lang beobachtet. Eine Gruppe wurde mit unbehandeltem Genmais der Sorte NK603 gefüttert, eine zweite mit diesem Genmais, der zuvor mit dem Pestizid Roundup behandelt wurde. Beide Sorten gehören dem US-Agrarriesen Monsanto. Eine dritte Gruppe erhielt herkömmlichen Mais, der ebenfalls mit Roundup besprüht wurde. Der Mais stellte etwa elf Prozent des gesamten Futters dar – was in etwa den Ernährungsgewohnheiten in den USA entspricht. Die mit Genmais ernährten Ratten seien deutlich früher gestorben als die anderen, erläuterte Séralini. 17 Monate nach Beginn der Untersuchung seien von den mit Genmais gefütterten Ratten fünfmal mehr Tiere tot gewesen als in der Vergleichsgruppe. Die meisten Weibchen erkrankten der Studie zufolge an Brustkrebs, die Männchen häufig an Haut- oder Nierentumoren.


14. September 2012
Mammut soll geklont werden

Seit das Genom des Wollhaarmammuts entschlüsselt ist, träumen Forscher davon, die ausgestorbene Elefantenart wieder zu beleben. Gelungen ist das bislang nicht. Nun erweckt ein Gewebefund neue Hoffnung bei den Wissenschaftlern: Nach eigenen Angaben könnte eine russisch-südkoreanische Forschergruppe in Sibirien lebende Zellkerne eines Mammuts entdeckt haben. Im August fanden Paläontologen im Osten Sibiriens Überreste eines Mammuts im Permafrostboden. Das darin enthaltene Gewebe müsse jedoch noch in einem Labor in Südkorea analysiert werden. Seien tatsächlich lebende Zellen enthalten, könne mit dem im Zellkern enthaltenen Erbgut ein Mammut geklont werden, sagte Sergej Fjodorow von der Nordöstlichen Föderalen Universität der russischen Teilrepublik Jakutien. (www.spiegel-online.de)


11. September 2012
Europäisches Patentrecht am Scheideweg

Der Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, hat heute in Straßburg 70'000 Unterschriften gegen Patente auf Pflanzen und Tiere erhalten. Gesammelt wurden diese von der Koalition «Keine Patente auf Saatgut», die von einigen hundert Organisationen aus ganz Europa unterstützt wird. Bei der Übergabe forderte die Vertreterin des Bündnisses Ruth Tippe wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Ausverkauf der Grundlagen für die Nahrungsmittelproduktion: «Das Europäische Patentrecht steht am Scheideweg. Das Europäische Parlament muss sich dafür einsetzen, dass der Zugang zum Saatgut und zu Züchtungsmaterial frei bleibt. Es darf einer Monopolisierung unserer Ernährungsgrundlagen durch Konzerne wie Monsanto nicht tatenlos zusehen.»(www.no-patents-on-seeds.org)


10. September 2012
Maiswurzelbohrer zunehmend resistent

Gentechnisch veränderter Mais mit einer Resistenz gegen den Maiswurzelbohrer verliert in einigen Anbauregionen der USA zunehmend seine Wirksamkeit. Das hat die US-amerikanische Umweltbehörde EPA in einer aktuellen Stellungnahme eingeräumt. 2003 brachte Monsanto einen gentechnisch veränderten Mais auf den Markt, der eine spezielle, gegen den Käfer gerichtete Variante des  Bt‑Proteins (Cry3Bb1) bildet. Solche Maissorten - bald auch in Kombinationen mit Resistenzen gegen andere Maisschädlinge wie den  Maiszünsler und gegen  Herbizidwirkstoffe - setzten sich im mittleren Westen, dem Corn Belt der USA rasch durch. 2012 stand auf 15 Millionen Hektar gv-Mais mit Maiszwurzelbohrer-Resistenz. «Nun gibt es immer mehr Hinweise, dass in Teilen des Corn Belts die Insekten eine Resistenz entwickelt haben,» so die US-amerikanische Umweltbehörde EPA nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die EPA zeigte sich «besorgt» und kündigte an, bis zum Jahresende zunächst umfassende wissenschaftliche Daten auszuwerten und anschließend neue Strategien gegen das Resistenz-Problem vorzulegen.(www.transgen.de)


7. September 2012
Eingefrorene IVF-Embryonen entwickeln sich besser

Frauen, denen zuvor gefrorene IVF (In-vitro-Fertilisation)-Embryos eingesetzt werden, neigen tendenziell dazu, gesündere Babys zu bekommen und weniger Komplikationen während der Schwangerschaft zu haben als jene, denen frische Embryonen eingepflanzt werden. Endokrinologen zufolge haben die Mütter nicht nur weniger Zwischenblutungen während der Schwangerschaft, sondern auch ein geringeres Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Zu diesen Schluss kommen elf kürzlich veröffentlichte Studien, die 37.000 Schwangere untersucht haben. Die Ärzte haben den Verdacht, dass sich die zuvor tiefgekühlten Embryonen besser entwickeln, weil sie erst längere Zeit, nachdem die Eierstöcke der Frau mit Hormonen stimuliert wurden, eingesetzt werden. Durch diese Verzögerung normalisiert sich der Hormonspiegel in der Gebärmutter, wodurch eine natürlichere Umgebung entsteht. (www.pressetext.de)


5. September 2012
«Erbgutmüll» angeblich entschlüsselt

Mehr als 90 Prozent des menschlichen Erbguts galten lange als nutzlos, Forscher sprachen sogar von Müll-DNA. Doch eine neue Analyse zeigt: Etwa 80 Prozent des Genoms erfüllen eine biochemischen Aufgabe. Dies berichtet das "Encode"-Projekt-Konsortium, ein internationaler Forscherverbund, in mehr als zwei Dutzend Aufsätzen in mehreren Fachzeitschriften, darunter "Nature" und "Science". Eine wesentliche Funktion des vermeintlichen Erbgut-Mülls: die Steuerung der Aktivität der Gene. (www.spiegel-online.de)



Letzte Meldungen
August 2012

29. August 2012

Gefährliche Stammzell«therapie»

Das Geschäft mit Stammzellen blüht - auf Kosten todkranker Menschen.  Dazu muss man gar nicht weit reisen: auch in Deutschland bietet eine Privatklinik die Behandlung mit eigenen Stammzellen an, die wissenschaftlich nicht erprobt ist und lebensgefährlich sein kann. Erst 2011 wurde in Düsseldorf eine Klink geschlossen, nachdem ein Kind nach einer Stammzelleninjektion zu Tode kam. Die umstrittene Behandlung ist aber weiter im Angebot. Offiziell arbeitet die Klinik nicht in Deutschland. Auf einer Internetseite, die auch in der Schweiz abzurufen ist, werden aber weiterhin Stammzelltherapien offeriert. Seriöse Wissenschaftler und Ärztinnen und Ärzte warnen vor einer Anwendung. Weitere Informationen auf Spiegel-online.

29. August 2012

Anbaustopp für Gentech-Pflanzen gerechtfertigt

Der Schlussbericht zum NFP 59 bekräftigt die Haltung des Basler Appells gegen Gentechnologie: Die Schweiz kann und soll auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten. Das nationale Forschungsprogramm: "Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen" war von Anfang an umstritten. Auch nach Vorlage des Schlussberichtes stellt sich die Frage, ob die Vergabe von öffentlichen Geldern für dieses Forschungsprojekt gerechtfertigt war. Das Projekt hat keine neuen Erkenntnisse gebracht. Die Empfehlungen sind tendenziös. Risiken werden klein geredet. Zweifel bei Produzenten und Konsumenten werden nicht ausgeräumt. Der Basler Appell gegen Gentechnologie setzt sich weiter für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Schweiz ein. Dabei können wir uns auf einen unverändert sehr hohen Rückhalt in der Schweizer Bevölkerung stützen. Der Bericht und weitere Dokumente finden sich auf den Seiten der SAG.

23. August 2012

Argentinien: Giftsprüher verurteilt

Zum ersten Mal wurde auf dem südmaerikanischen Kontinent ein Urteil dieser Art gesprochen: Ein argentinisches Gericht hat einen Landwirt und den Piloten eines Sprühflugzeuges wegen Vergiftung der Anwohner mit Pestiziden für schuldig befunden. Zwar hat das Gericht nur Bewährungsstrafen verhängt, das Urteil kann trotzdem als richtungsweisend gelten, denn immerhin wird hier der Zusammenhang zwischen dem Spritzmittel und Krankheiten und Todesfällen hergestellt. Die Verurteilten hatten jahrelang grossflächig Glyphosat und andere Unkrautvernichtungsmittel auf Feldern mit Gentech-Soja ausgebracht und dabei die Anwohner eines kleinen Dorfes schleichend vergiftet. Wie vieler Beweise bedarf es noch, um einzusehen, dass Gentech-Soja NICHT nachhaltig sein kann, sondern dass dadurch Land und Menschen vergiftet werden? Weitere Informationen hier.


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21. August 2012
Bluttest auf Down-Syndrom kommt in die Praxen

Der umstrittene vorgeburtliche Bluttest auf das Down-Syndrom ist seit Montag auf dem Markt. PraenaTest sei nun in mehr als 70 Praxen und Kliniken in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz verfügbar, teilte der Hersteller LifeCodexx in Konstanz mit. Der Test sei «ausschließlich schwangeren Frauen zugänglich, die sich in der 12. Schwangerschaftswoche oder darüber befinden und die ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21 beim ungeborenen Kind tragen». Ein Verbot des Bluttests hatte unter anderem der Behindertenbeauftragte der Deutschen Bundesregierung, Hubert Hüppe, gefordert. Er stützte sich bei seiner Argumentation auf ein Rechtsgutachten, wonach der Test mit geltendem Recht - wie der Menschenwürde - nicht vereinbar sei. LifeCodexx hatte den Bluttest nach eigenen Angaben von 2009 bis 2012 unter anderem in Zusammenarbeit mit führenden pränataldiagnostischen Zentren und Kliniken in Deutschland und der Schweiz entwickelt. Unternehmensvorstand Michael Lutz kündigte am Montag an: «In naher Zukunft wird der PraenaTest auch weitere chromosomale Veränderungen wie Trisomie 13 und 18 feststellen können.» (www.spiegel.de)


20. August 2012
Türkei: Kein Import von Gen-Food

Wegen des großen Drucks der türkischen VerbraucherInnen haben Lebensmittelproduzenten einen Antrag auf die Einfuhr gentechnisch veränderter Nahrung zurückgezogen. Ursprünglich hatte der Verband TGDF beim türkischen Agrarministerium um eine Genehmigung zum Import von 29 verschiedenen Gentech-Organismen gebeten. Nach einer Kampagne von Greenpeace, die von über 320.000 Menschen unterstützt wurde, revidierten die Auftraggeber ihren Antrag. Der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker hatte zuvor bereits Importzulassungen für Gentech-Nahrung abgelehnt. Ein Greenpeace-Vertreter, Tarik Nejat Dinc, verwies gleichzeitig auf ein aktuelles Vorhaben des Agrarministeriums. Demnach arbeitet die Behörde weiter an einer Kennzeichnung für tierische Erzeugnisse, bei deren Herstellung Gentechnik verfüttert wird. Eine solche Regelung gibt es aktuell in keinem Land. «Das wird ein Durchbruch nicht nur für die Türkei, sondern auch für die weltweite Anti-Gentechnik-Bewegung», erklärte Dinc. (www.foodnavigator.com)


17. August 2012
Wirtschaftskommission will Moratoriumsverlängerung    

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Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) in Bern hat im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik über die Verlängerung des bis 2013 geltenden Moratoriums für den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen beraten. Sie stimmte dem Doppelantrag von Bauernverbandspräsident Hansjörg Walter zum Landwirtschaftsgesetz und Gentechnikgesetz mit 18 zu 6 deutlich zu. Walter beantragt eine Verlängerung des Moratoriums bis Ende  2017. Zudem soll der Bundesrat bis zum 30. Juni 2016 einen Bericht vorlegen mit einer Methodik zur Evaluation des Nutzens von gentechnisch veränderten Pflanzen. Dabei soll beurteilt werden, ob sich die GVO im Vergleich zu herkömmlichen landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Produktionsmitteln für die Produktion, die Konsumenten und die Umwelt als vorteilhaft erweisen. (Medienmitteilung WAK-N)


14. August 2012
Fukushima: Erbgut von Tieren geschädigt

Das Atomunglück von Fukushima hat zu Missbildungen bei Schmetterlingen in der Umgebung des japanischen Atomkraftwerks geführt. Die Radioaktivität in der Nähe des AKW führte noch bei den Nachkommen von Schmetterlingen in dritter Generation zu Mutationen, wie Wissenschaftler der Universität Ryukyu in Okinawa herausfanden. Die Untersuchungen belegten, dass die in Fukushima freigesetzte Radioaktivität das Erbgut der Schmetterlinge geschädigt habe, sagte Joji Otaki von der Universität Ryukyu. Er habe später bei Vergleichstests in Okinawa gesunden Schmetterlingen schwache Strahlendosen verabreicht und damit ähnliche Missbildungsraten erzeugt. Die Forscher planen nun Studien mit anderen Tierarten. (www.spiegel.de)

7. August 2012
Genfood als Dickmacher?

Was passiert bei der Aufnahme gentechnisch veränderter Lebensmittel? Dieser umstrittenen Frage gehen Wissenschaftler eines internationalen Projekts nach. Dabei fanden sie nun offenbar Indizien dafür, dass Gentechnik das Potential zum Dickmacher hat. Für ihre Untersuchungen verfütterte das Forschungsteam 90 Tage lang gentechnisch veränderte Futtermittel an verschiedene Tiere. Schon nach dieser relativ kurzen Zeit waren Ratten und Lachse «etwas fetter» als ihre Artgenossen, die nur normale Nahrung bekommen hatten. Bei den Ratten trat dieser Effekt nicht nur dann ein, wenn sie Gentech-Mais erhielten, sondern auch, wenn sie Fisch fraßen, welcher mittels gentechnisch verändertem Futter gezüchtet worden war. Eine der beteiligten Forscherinnen, Professorin Åshild Krogdahl von der staatlichen Hochschule für Veterinärwissenschaft in Norwegen, warf die Frage nach der Bedeutung für die menschliche Gesundheit auf «Wenn der gleiche Effekt bei Menschen auftritt, wie würde er sich dann auf Personen auswirken, die diese Art Mais über mehrere Jahre essen, oder das Fleisch der mit diesem Mais gefütterten Tiere? Ich möchte nicht wie eine Panikmacherin klingen, aber es ist ein interessantes Phänomen und wert, weiter erforscht zu werden», sagte die Professorin dem Wissenschaftsmagazin ScienceNordic.


3. August 2012
Trisomie-Test in der Schweiz zugelassen

Der umstrittene Bluttest zur Erkennung eines Down-Syndoms bei Ungeborenen wird Mitte August auch in der Schweiz erhältlich sein. Nach Angaben der «Neuen Zürcher Zeitung» entschied das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, den Test ab Mitte August freizugeben. Der von der Firma Lifecodexx aus Konstanz entwickelte Test erkennt das Down-Syndrom (Trisomie 21) schon in einer Blutprobe der schwangeren Frau und soll riskante Fruchtwasseruntersuchungen in vielen Fällen überflüssig machen. Die internationale Föderation der Down-Syndrom-Organisationen hat vor der Europäischen Gerichtshof in Strassburg Klage eingereicht gegen den Test. Auch der Basler Appell gegen Gentechnologie warnt vor  den gesellschaftlichen Folgen des Gen-Checks am Embryo. Das kritische Faltblatt zum Thema finden Sie hier.