Basler Appell

 

Letzte Meldungen
Mai 2012

30. Mai 2012
Kampagne für GVO-Kennzeichnung in den USA!

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Die us-amerikanische Organisation Food Democracy Now lanciert eine gross angelegte Kampagne für die Kennzeichnung von GVOs in den USA. Präsident Obama, der sich für das Recht auf Wissen eingesetzt hat, soll beim Wort genommen werden. Vor zwanzig Jahren hat die FDA in einer politischen Entscheidung durch die Hintertür genmanipulierte Pflanzen aus dem Labor traditionell gezüchteten Pflanzen gleichgestellt. Damit hat man seinerzeit den Weg für Monsanto geebnet, denn durch die Gleichbehandlung mussten weder besondere Sicherheitsprüfungen für GVOs durchgeführt werden, noch mussten die Produkte gekennzeichnet werden. Dagegen regt sich jetzt zunehmend Widerstand. Im Herbst soll in Kalifornien ein Gesetz durchgebracht werden, dass die Kennzeichnung regeln würde. Die Industrie hat ihrerseits angekündigt, bis zu 50 Mio US-Dollar locker zu machen, um die Kampagne zu verhindern. 


29. Mai 2012
Weizen-Versuch in Grossbritannien: Zerstörung verhindert

Die angekündigte Zerstörung eines Versuchsfeldes mit gentechnisch verändertem Weizen in Harpenden nördlich von London ist ausgeblieben. Ein großes Polizeiaufgebot hat am Pfingstwochenende das Gelände des Rothamsted Research Instituts gegen die Gentechnik-Gegner abgeschirmt. In den vergangenen Wochen hatten sich die Wissenschaftler des Instituts an die Öffentlichkeit gewandt und die Ziele ihres Forschungsprojekts erläutert. Der Konflikt um den Weizenversuch führte in Großbritannien zu einer intensiven öffentlichen Diskussion um die Grüne Gentechnik. (s. auch Meldung vom 18. Mai 2012, weiter unten)


23. Mai 2012
Gentech-Raps in Basel entdeckt!

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Greenpeace Schweiz hat an mehreren Orten in Basel gentechnisch manipulierte Rapspflanzen des US-Konzerns Monsanto gefunden. Die Proben wurden per Kurztest bestimmt und die Fundorte markiert. Die Fundstellen werden auf einer Karte eingezeichnet, die laufend aktualisiert wird. Genmanipulierter Raps darf in der Schweiz nicht in die Umwelt gelangen. Auch die Einfuhr als Lebens- oder Futtermittel ist untersagt. Es ist anzunehmen, dass die Gentech-Rapspflanzen beim Entladen von Schiffen oder von Güterzüpgen heruntergefallen sind. Rapssamen können noch Jahre später keimen und verbreiten sich sehr schnell. Greenpeace-Aktivisten sammeln heute die Pflanzen ein und liefern sie bei den zuständigen Behörden ab. Da stellt sich die Frage, warum die Behörden die Pflanzen nicht selbst gefunden haben. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert eine Verschärfung der Kontrollen. 


21. Mai 2012
Nano-Partikel schädigen Pflanzen-DNA

WissenschafterInnen des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) und der University of Massachusetts Amherst (UMass) konnten im Rahmen einer Studie nachweisen, dass sich synthetische Nanopartikel in Pflanzen anreichern und ihre DNA beschädigen können. Das Team analysierte die Aufnahme von Kupferoxid-Nanopartikeln durch Radieschen und zwei Arten von Weidegräsern. Kupferoxid wird unter anderem als Färbepigment für Glas, Keramik und Porzellan verwendet, als Poliermittel für die Optik, und als Katalysator bei der Herstellung von Viskose. Die WissenschafterInnen konnten nachweisen, dass die Nanopartikel von Kupferoxid stärker von den Pflanzenwurzelzellen aufgenommen wurden als größere Partikel der gleichen chemischen Verbindung, und auch die Schädigung der DNA war durch Nanopartikel merklich größer. (Enviromental Science & Technology)


18. Mai 2012
Gentech-Weizen in Grossbritannien

In Großbritannien läuft ein Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Weizen. Eine Protestgruppe hat angekündigt, das Feld zu zerstören. Am 27. Mai soll Schluss sein mit dem Feldexperiment. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Gruppe «Take the Flour back» geht. Die Aktivisten protestieren gegen einen Versuch von Rothamsted Research, einer Forschungseinrichtung nördlich von London. Sie haben angedroht, den dortigen Freilandversuch zu zerstören. Die Rothamsted-Wissenschaftler haben acht je sechs mal sechs Meter große Felder mit gentechnisch verändertem Weizen bepflanzt. Das Getreide produziert einen Duftstoff, der Blattläuse vertreiben soll.


22. Mai 2012
Mexiko: Multis dürfen Genmais anbauen

Multinationale Gentechnikkonzerne haben seit mehr als einem Jahrzehnt darauf gewartet: In diesem Jahr wird die Tür für den kommerziellen Anbau von Genmais in Mexiko geöffnet. Ohne große Ankündigung beseitigte das Agrarministerium am 31. Dezember 2011 das letzte Hindernis, welches dem Anbau des genveränderten Getreides im Wege stand. Es erlaubte die so genannte Pilotphase. Den Anfang wird auf einer Fläche von 63 Hektar der Konzern Monsanto im Bundesstaat Sinaloa machen. Weitere Flächen werden in Chihuahua, Coahuila, Durango und Sonora folgen. Und wenn in absehbarer Zeit die Genehmigungen für den Bundesstaat Tamaulipas in Kraft treten, wird eine Gesamtfläche von 1'000 Hektar überschritten. Die Pilotphase kann als die Vorstufe zu einem ausgedehnten kommerziellen Anbau auf gut zwei Millionen Hektar Land im Norden Mexikos angesehen werden, wo der Bewässerungsanbau praktiziert wird. (www.npla.de)


16. Mai 2012
Positives Signal: Bundesrat für Moratoriumsverlängerung!

Vor einigen Tagen hat der Bundesrat seine Stellungnahme zur Motion Ritter veröffentlicht: Auch der Bundesrat empfiehlt, das noch bis zum November 2013 geltende Moratorium, das die Verwendung von GVO in der Schweizer Landwirtschaft verbietet, weiter zu verlängern. Dem Parlament soll ausreichend Gelegenheit gegeben werden, die Ergebnisse aus dem Forschungsrahmenprogramm NFP 59 zu prüfen. Zur Zeit werden aber bereits Regelungen erarbeitet, die eine Koexistenz in der Schweiz zum Ziel haben. Auch diese Regelungen sollen durch das Parlament ausführlich geprüft werden. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert ein umfassendes Anbau- und Verwendungsverbot  für gentechnisch veränderte Organismen in der Schweiz. Eine Koexistenzregelung für die Schweizer Landwirtschaft halten wir für nicht durchführbar. Eine Moratoriumsverlängerung ist zwar zu begrüssen, bedeutet aber nur einen kleinen Aufschub. Deshalb sollten jetzt eindeutige Verbotsregelungen erarbeitet werden.


15. Mai 2012
Einspruch gegen Patent auf menschliche Spermazellen

Das deutsche Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechologie «Testbiotech» hat gegen ein Patent der englischen Firma Ovasort (EP1263521) Einspruch eingelegt. Das Patent umfasst menschliche Spermazellen, die nach Geschlecht vorselektiert worden sind. Diese sollen im Rahmen der künstlichen Befruchtung verwendet werden, um weibliche Nachkommen zu erhalten. Das Patent verstößt gegen europäische Patentgesetze, die Patente auf Keimzellen und die Entwicklung des menschlichen Körpers verbieten. Trotz des Verbots hat das Europäische Patentamt in München (EPA) schon mehrfach derartige Patente erteilt. Testbiotech hat das Patent der Firma Ovasort in eine «Schwarze Liste Europäischer Patente» aufgenommen. Darin befindet sich auch ein Patent der Firma Merck-Serono auf die Verwendung menschlicher Eizellen, gegen das Testbiotech bereits 2009 Einspruch eingelegt hat. (www.testbiotech.org)


11. Mai 2012
EU Parlament stimmt gegen Patente auf Pflanzen und Tiere

Heute hat das Europäische Parlament das Europäische Patentamt aufgefordert, die Patentierung im Bereich der konventionellen Tier- und Pflanzenzucht zu beenden. Eine entsprechende Resolution, die von Abgeordneten mehrerer Parteien auf den Weg gebracht worden war, wurde mit grosse Mehrheit angenommen. Das Europäische Parlament folgt damit den Voten einiger nationaler Parlamente. So hat beispielsweise der Deutsche Bundestag bereits im Februar 2012 einen Stopp der Patentierung von Pflanzen und Tieren gefordert. Mehr Informationen auf der Webseite: www.no-patents-on-seeds.org


10. Mai 2012
EFSA: Fliegender Wechsel

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA gerät erneut in die Schlagzeilen: Die Vorsitzende des Verwaltungsrates, Diana Banati, ist von ihrem Amt zurückgetreten und wird statt dessen als Vorsitzende zum International Life Sciences Institute (ILSI) gehen, das von der Lebensmittel- und Agrochemieindustrie finanziert wird. Schon seit 2010 geriet sie in die Kritik und hat nur unter Druck ihren Posten bei ILSI ruhen lassen. Enge Beziehungen zur Industrie wurden nicht nur im Verwaltungsrat sondern auch in Expertengremien für Gentechnik, Zusatzstoffe und Pestizide nachgewiesen. Dass Böcke - in diesem Fall Ziegen -  zu GärtnerInnen gemacht werden, scheint in EU-Gremien üblich zu sein: Gerade hat die EU-Kommission eine ehemalige Mitarbeiterin von Monsanto und derzeitige Cheflobbyistin der Lebensmittelindustrie als neues Verwaltungsmitglied vorgeschlagen.


9. Mai 2012
Qualitäts-Charta für die Schweiz: Verzicht auf Agro-Gentechnik

Bio-Suisse und weitere Beteiligte, wie Coop und Migros haben eine Charta unterzeichnet, die die Qualität der Schweizer Landwirtschaft sichern soll. Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft soll konkurrenzfähig bleiben und dies auch bei zunehmend offeneren Märkten und steigenden Importen. Hierfür braucht es eine klare Qualitätsstrategie, zu deren Unterstützung nun eine Charta erarbeitet wurde. Der Verzicht auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen ist ein zentraler Bestandteil der Charta. Weitere UnterstützerInnen werden aufgerufen, die Charta mitzutragen.


8. Mai 2012
Europa: Kaum noch Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen

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Freisetzungen EU 2008-2012; Anzahl der von den Mitgliedstaaten gemeldeten Anträge (JRC, Joint Research Centre)

In Deutschland und Europa geht die Zahl der Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen weiter zurück. Bisher wurden für die Anbausaison 2012 bei der zuständigen EU-Behörde nur noch 41 Anträge für Freilandversuche gemeldet. Drei Viertel aller 2012 geplanten Versuche werden in Spanien stattfinden (30), die übrigen verteilen sich auf acht weitere Länder, darunter Schweden (3), Ungarn (2) und Deutschland (1). Frankreich und Italien bleiben wie im Vorjahr ohne gentechnisch veränderte Pflanzen im Freiland. Die meisten Freisetzungsanträge beziehen sich auf die drei Kulturarten Mais (14), Baumwolle (12) und Zuckerrübe (7). (www.transgen.de)


4. Mai 2012
Gentechnikfreies Soja ist gesünder

Ein konventioneller dänischer Schweine-Erzeuger berichtet, dass sich die Umstellung auf gentechnikfreies Soja auf den Gesundheitszustand seiner Tiere positiv ausgewirkt hat. Der ständige Durchfall bei den Ferkeln sei schlagartig verschwunden. Bei den Sauen habe es keine
Todesfälle aufgrund von Magen-Darm-Krankheiten mehr gegeben. Zuvor sei monatlich mindestens ein Tier daran gestorben. Auch würden die Sauen jetzt mehr Ferkel werfen, besser essen und ihre Jungen besser mit Milch versorgen. Er brauche nur noch die Hälfte an Medizin und habe 20 bis 30 Arbeitsstunden im Monat weniger, berichtete Ib Borup Pedersen. Er habe im April 2011 umgestellt, seither sei der beobachtete Trend stabil. Ein zweiter dänischer Farmer hat ähnliches beobachtet, sowohl bei Milchkühen als auch bei seinen Schweine. Das dänische Zentrum für Schweineproduktion will nun einen Fütterungsversuch durchführen und je 100 Schweine mit Gen-Soja bzw. gentechnikfreiem Soja im Futter mästen. (www.gmwatch.org)


2. Mai 2012
Bauer erstattet Strafanzeige gegen Syngenta


Heute wurden bei der Basler und der Frankfurter Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Syngenta gestellt. Der deutsche Bauer Gottfried Glöckner, der seine Tiere zwischen 2000 und 2002 mit dem gentechnisch veränderten Mais Bt176 der Schweizer Syngenta fütterte und mysteriöse Todesfälle bei seinen Kühen zu beklagen hatte, erhebt schwere Vorwürfe: Es liegt eine Studie vor, die dokumentiert, dass bereits 1996 bei Fütterungsversuchen mit Bt-Mais in den USA Kühe zu Tode kamen. Er hält es für möglich, dass der Deutschlandchef von Syngenta Kenntnis von dieser Studie hatte und dies verschwieg. In Auftrag gegeben wurde die Fütterungsstudie von der Syngenta in Basel.  Bei einer Pressekonferenz heute in Basel referierte ein renommierter deutscher Gentechnikrechtsexperte, der Anwalt Christoph Palmer, sein Rechtsgutachten, das zum Schluss kommt, dass Syngenta im Zusammenhang mit Bt 176 schwerwiegende Straftaten begangen hat, sollten sich die Vorwürfe im Ermittlungsverfahren bestätigen. Zur Klärung des Sachverhaltes wurde deshalb jetzt die Strafanzeige zusammen mit der Aktion Gen-Klage aus München und der Schweizer NGO Public Eye on Science des Bauernrebellen Urs Hans, mit Unterstützung des Basler Appells gegen Gentechnologie, erstattet. Weitere Informationen und Hintergrundmaterialien zum Fall des Bauern auf den Seiten von Public Eye on Science.

Letzte Meldungen
April 2012

26. April 2012

Dolly    =  Peng Peng  


Wie die norwegische Biotechnologiekommission berichtet, wurde vor genau 1 Monat in China, in einem Labor in Xinjiang, ein 5,74 Kilo schweres Lamm geboren, das den Namen Peng Peng trägt. Das Lamm ist ein Produkt aus der Klonwerkstatt des Beijing Genomics Institut. Im Gegensatz zu Dolly (das schottische Schaf ist bestimmt noch in guter Erinnerung), ist Peng Peng transgen: das Gen eines Fadenwurms wurde beigefügt! Dies soll dazu führen, dass Peng Peng gesunde Fette, wie sie sonst in Nüssen oder Fisch vorkommen, liefern soll. Das Pharmaschaf soll dann mithelfen, die chinesische Bevölkerung, die 22 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, aber nur über 7 Prozent allen Ackerlandes verfügt, mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu versorgen. Artikel auf englisch auch bei Daily Mail.

25. April 2012
Internetplattform zur Nanotechnologie

Der Bund hat eine neue Internetplattform zur Nanotechnologie freigeschaltet. Dort kann sich die interessierte Öffentlichkeit über Chancen und Risiken zur Nanotechnologie informieren. Die Seite ist Teil des Aktionsplanes Synthetische Nanomaterialien, der bis 2015 weitergeführt werden soll. Ziel des Planes ist laut Bund die Förderung und Weiterentwicklung der Nanotechnologie in der Schweiz. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert, in gleichem Masse auch eine entsprechende Risikoforschung zu betreiben.


19. April 2012
Umweltpreis für Monsanto-Gegnerin

Sofia Gatica, eine argentinische Aktivistin, wurde mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet. Sofia Gatica kommt aus der Region Ituzaingo, deren Bewohner von Soja-Feldern umringt sind. Nach dem tragischen Tod ihrer Tochter  gründete Gatica eine Initiative und fand heraus, dass die Krebsrate in ihrer Gemeinde 41-mal höher ist als der argentinische Durchschnitt. Der massive Einsatz des Monsanto Spritzmittels Roundup, das mit Flugzeugen grossflächig auf die Gen-Soja Felder versprüht wird, steht auch im Verdacht, neurologische Krankheiten hervorzurufen. Die Initiative konnte durchsetzen, dass das Sprühen im Umkreis von 2500 Metern von Wohnorten verboten wurde. Die argentinische Regierung hat eine Studie in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Gifteinsatzes untersuchen soll. Hier ein Video mit Interview mit Sofia Gatica:

24. April 2012
Tagung zur «Grünen Ökonomie»

Unter dem Titel "Grüne Ökonomie - Chancen und Risiken für die Landwirtschaft" laden SWISSAID, Biovision und das CDE der Uni Bern am 23. Mai an die ETH ein. Wie und warum muss die Rio-Konferenz einen Umschwung in der globalen Landwirtschaftspolitik bewirken?

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Was heisst Green Economy? Welche Rolle spielt dabei die Landwirtschaft? Wie und warum soll die Rio-Konferenz den Umschwung in der globalen Landwirtschaftspolitik bewirken? Im Hinblick auf die UN-Konferenz zu Nachhaltiger Entwicklung Rio+20 im Juni laden Biovision, das Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern und SWISSAID unter dem Ko-Patronat der ETH-Institute für Integrative Biologie (IBZ) sowie dem World Food System Center zu einer Podiumsveranstaltung am 23. Mai 2012 an der ETH Zürich ein. Informationen und Anmeldung unter www.swissaid.ch


20. April 2012
7. Konferenz gentechnikfreier Regionen

Jetzt schon vormerken! Die 7. europäische Konferenz gentechnikfreier Regionen wird am 4. und 5. September in Brüssel stattfinden. Weitere Informationen, das aktuelle Programm und die Details bezüglich der Anmeldung können in Kürze auf der Website von GENET abgerufen werden. Auch Infos über die Konferenzen der letzten Jahre ebenso wie ein Verzeichnis aller europäischen genetchnikfreien Regionen sind dort verfügbar.


18. April 2012

EFSA gibt Interessenskonflikte zu

Die Europäische Lebensmittelbehörde räumt erstmals ein, dass sie Interessenskonfliken nicht ausreichend vorgebeugt hat. Als Konsequenz habe sie nun ihre internen Richtlinien überarbeitet. Im konkreten Fall geht es um Suzy Renckens, die von 2003 bis 2008 die Gentechnikabteilung der EFSA leitete. Diese ist für die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen zuständig. Im Jahr 2008 wechselte Rencken direkt als Lobbyistin zur Syngenta. Testbiotech, eine deutsche NGO, schaltete daraufhin den Europäischen Ombudsmann ein. Die EFSA gibt nun in einem Brief erstmals Versäumnisse zu. Es geht aber noch um weitere Personen, die direkt in Interessenskonflikten stehen und mit Agrogentechnikkonzernen und der Lebensmittelindustrie kooperieren. Auch das Europäische Parlament zeigt sich zunehmend besorgt, wenn es um die Unabhängigkeit der EFSA geht. Weitere Informationen bei der Brüsseler Organisation Corporate Europe Observatory CEO.


12. April 2012
Wohl keine Entscheidung zum GVO-Recht im Juni

Die Frage der nationalen Anbauverbote wird voraussichtlich nicht auf der Tagesordnung des Umweltministerrats im Juni stehen. Damit schwindet die Möglichkeit, einen Kompromiss in der Gentechnikfrage in Europa herbeizuführen. Nachdem im Umweltministerrat im März die blockierende Minderheit mit Deutschland, Frankreich, Belgien und Großbritannien sich gegen den Kompromissvorschlag Dänemarks gestellt hat, wurde gehofft im Juni ein Übereinkommen zu finden. Dänemarks Vorschlag hätte es Mitgliedsstaaten ermöglicht den Anbau von GVO Pflanzen auf ihrem Territorium zu verbieten. Doch die EU Staaten sind sich weiterhin über den Anbau von GVO in Europa uneinig. (save our seeds, 12.4.12)


11. April 2012

Gen-Soja: Widerstand in Paraguay

 Der Film Raising Resistance produziert von Bettina Borgfeld und David Bernet erzählt vom Kampf der Kleinbauern Paraguays gegen die immer grösser werdende Übermacht der Gen-Soja Multis. Die Konsequenzen und Folgen des Sojaanbaus werden aufgezeigt. Die Anbauflächen nehmen Jahr für Jahr zu. Die Kleinbauern müssen sich selbst helfen. Hier der Trailer zum Film:



10. April 2012
Halblegale Gentechnik in Polen

Der Handel mit GMO-Mais oder -Kartoffeln ist in Polen zwar offiziell verboten, doch gibt es kein Anbauverbot. Polnische Bauern kaufen daher das GMO-Saatgut im Ausland, beispielsweise in Tschechien oder Spanien, und säen es dann  aus. Obwohl die Mehrheit der polnischen Bevölkerung gegen genmanipulierte Lebensmittel ist, hat es die Regierung Polens bislang versäumt, ein wirksames Schutzgesetz oder ein völliges Verbot auf Gesetzeswege durchzusetzen. Im Rahmen einer Demonstration  von Umweltschützern in Warschau wurde die Firma KWS Polska angezeigt, eine Tochter der niedersächsischen KWS Saar AG. Es bestehe der Verdacht auf Anstiftung zum illegalen Ausbringen von gentechnisch verändertem Saatgut, informierte man auf einer Pressekonferenz. In einer Broschüre der Firma  finden Bauern Hinweise darauf, wie groß der Abstand zwischen Genmaisfeldern und Feldern mit konventionell angebautem Mais sein sollte und worauf sie achten müssen, wenn sie ihre Tiere mit dem Mais mästen. Polens Umweltschützer fordern nun das vollständige Verbot von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Mehr als 40.000 Polen haben den Appell an die Regierung in Warschau bereits unterschrieben. (taz, 10.4.2012)


4. April 2012
Gentechnik im Pferdestall

Das Umweltinstitut München hat aus gegebenem Anlass ein Video veröffentlicht, das die Gefahren thematisiert, die mit dem geplanten Einsatz eines gentechnisch veränderten Lebendimpfstoffes für Pferde einhergehen. Zwar war der Einsatz im Gestüt Schockemöhle bereits für März festgesetzt, bisher haben die zuständigen Behörden aber noch keine Genehmigung erteilt.



4. April 2012

Immer mehr Patente auf konventionelle Züchtung

Die Koalition «Keine Patente auf Saatgut» hat einen aktuellen Report veröffentlicht, der aufzeigt, dass das Europäische Patentamt immer mehr Patente auf konventionelle Züchtung erteilt. Aufgelistet werden die 2011 gewährten Patente auf Sonnenblumen, Melonen, Gurken, Reis und Weizen. Der Report erläutert die Gefahren der jetzigen Patentvergabepraxis: Obwohl die höchste Gerichtsinstanz am Europäischen Patentamt im Jahr 2010 das Verbot der Patentierung von konventioneller Züchtung bestätigt hat, werden derartige Patente immer noch vergeben. Rechtliche Lücken werden von der Industrie systematisch dafür genutzt, Patente auf Saatgut, Pflanzen und sogar auf die Ernte und Lebensmittel zu erlangen. «Diese Patente blockieren den Zugang zur biologischen Vielfalt, behindern die Züchtung und schaffen neue Abhängigkeiten», so Christoph Then, einer der Sprecher der Koalition.


2. April 2012
Millionen für virtuelles Menschenhirn

Der Neurowissenschaftler Henry Markram von der ETH-Zürich hat zusammen mit anderen europäischen Wissenschaftlern das Human Brain Project aus der Taufe gehoben. Nun hofft man auf eine Milliarde Euro Fördergelder. 2023 soll ein virtuelles Menschenhirn fertig sein. Allerdings bleibt unklar, inwieweit die komplizierten Prozesse im menschlichen Gehirn überhaupt verstanden sind. Vergleicht man die Fördersummen, die gleichzeitig an Projekte für Public Health oder Klimaforschung gehen, die gesellschaftlich hoch relevant sind, so darf die Förderpolitik doch in Frage gestellt werden. Selbst Hirnforscher an der ETH-Zürich kritisieren das vollmundige Vorhaben und bezweifeln, dass es Sinn macht, hunderte von Millionen für ein Projekt auszugeben, das ins Blaue schiesst.(www.spiegelonline.de)