Basler Appell

 

Ob es sich um Gesetzesvorlagen handelt, die im Schweizerischen Parlament beraten werden oder um eine unserer Kampagnen: Hier finden Sie einen Einblick in die wichtigsten Bereiche, mit denen sich der Basler Appell gegen Gentechnologie zur Zeit befasst:

Vielfalt statt Selektion -
Aufruf zum gesellschaftlichen Dialog !

 

Logos_MissionStatement.jpg

biorespect und 16 weitere Organisationen lehnen die gezielte Selektion von Embryonen durch ein allgemeines Chromosomen-Screening im Reagenzglas ab. Mit einer gemeinsamen Erklärung rufen wir zu einem breiten gesellschaftlichen Dialog auf!

Medienmitteilung deutsch  französisch

MissionStatement deutsch  französisch



Stellungnahme zum Feldversuch mit gv-Kartoffeln

Das Bundesamt für Umwelt BAFU bearbeitet zur Zeit das Bewilligungsgesuch von Agroscope über einen Freisetzungsversuch in Reckenholz mit gentechnisch veränderten Kartoffellinien. Der Basler Appell gegen Gentechnologie hält Freisetzungsversuche gentechnisch veränderter Organismen für unnütz, kostenaufwendig und nicht zielführend. Im vorliegenden Fall soll wieder einmal an den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Landwirtschaft vorbeigeforscht werden. Das Gesuch von Agroscope ist daher abzulehnen.

Stellungnahme Basler Appell: >hier.


Eizellenspende

Der Basler Appell gegen Gentechnologie spricht sich gegen die Zulassung der Eizellenspende aus.

Unsere Argumente finden Sie hier.

>Eizellen_Argumente.pdf


Aufruf von 19 Organisationen: Enge Grenzen für die PID

Gemeinsame Aktion:

Enge Grenzen für die PID!

19Unterstuetzer.jpg

Die Opposition wächst: Inzwischen fordern 19 Organisationen den Ständerat mit einem gemeinsamen Aufruf auf, im Rahmen der Differenzbereinigung standhaft zu bleiben. Wir fordern, der PID enge Grenzen zu setzen und KEIN allgemeines Chromosomenscreening zuzulassen.

> Aufruf d, > Aufruf f


Gentest: Basler Appell stellt Strafanzeige!

 


Aktueller Stand:        

Die Staatsanwaltschaft teilt mit, dass sie vor der weiteren Bearbeitung dieFotolia_27488587_XS.jpg Untersuchungsergebnisse der Schweizer Heilmittelbehörde abwartet. Bei Swissmedic hatten wir ebenfalls Anzeige erstattet. Es wird noch weiter ermittelt.


     >Medienmitteilung


Sachverhalt:

In Schweizer Apotheken, Drogerien und sogar  in Fitnesszentren werden Gen-Tests angeboten, bei denen nach der Abgabe einer Speichelprobe sogenannte individuelle DNA-Risikoprofile erstellt werden. Damit sollen Aussagen zu allen möglichen Fragestellungen getroffen werden können.

Ein Teil der Tests bezieht sich auf sog. Life-Style-Tests, wie Gewichstsabnahme und Ernährung. Ein anderer Teil ist im medizinischen Bereich anzusiedeln, wie beispielsweise die Arterienbeschaffenheit, das Herzinfarktrisiko oder Arthrose. Wie wir herausfanden, werden die in den Geschäften abgenommenen Speichelproben der Kunden an ein Labor in Österreich gesandt, dort analysiert und die Testkunden erhalten das Ergebnis nach einigen Wochen. Die Preisspanne solcher DNA-Tests liegt zwischen 300 und 1300 Franken. Die VerkäuferInnen haben meist nur eine Schulung der Vertreiberfirma durchlaufen. Wir halten die oberflächlichen Beratungsgespräche für nicht ausreichend.

Die Gentests werden als unbedenklich beworben. Tatsächlich bergen diese Tests jedoch eine Reihe von Risiken und machen Versprechungen, die in keiner Weise eingehalten werden können.

Die Schweizerische Gesellschaft für medizinische Genetik SGMG warnt vor der Anwendung solcher Gentests und fordert die Aufklärung der Öffentlichkeit. Mit den direct-to-consumer Gentests würden grundlegende Voraussetzungen der klinischen Praxis vernachlässigt. Die Aussagen solcher Tests seien irreführend.

Die frei angebotenen Gentests sind weder klinisch validiert, noch ist geklärt, wie der prädiktive Wert solcher Tests tatsächlich einzuschätzen ist. Die Aussagekraft ist absolut unzuverlässig. Die Datenlage, auf die die Testaussagen bezogen werden, ist äusserst dürftig und unwissenschaftlich. Nach dem heutigen Stand des Wissens lassen sich aus den Resultaten von Gentests dieser Art weder ein Krankheitsrisiko noch individuelle Empfehlungen für Ernährung oder gar eine Therapie ableiten.

Auch die Expertenkommission GUMEK, die die Einhaltung der Vorschriften des GUMG überprüfen soll, kommt in einer Stellungnahme zu dem Schluss, dass es einer gesetzlichen Regulierung der Testangebote bedarf.

Das GUMG befindet sich in der Revision. Das Vernehmlassungsverfahren soll nicht vor dem Sommer 2014 eingeleitet werden. Es sind Bestrebungen zu verzeichnen, die gesetzlichen Regelungen aus dem GUMG aufzuweichen. Es wird damit geworben, Gentests könnten der gesundheitlichen Vorsorge dienen. Dies entbehrt zum jetzigen Forschungsstand jeglicher Grundlage. Von Begehr sind lediglich die genetischen Daten. Die Pharmaindustrie und die Forschung brauchen für die Entwicklung neuer Medikamente den Zugriff auf eine Riesenmenge an genetischen Daten. Diesen Zugriff erhofft man sich über die Einrichtung von Biobanken.

Die direct-to-consumer Gentests werden auch über das Internet angeboten. Man kann dort eine Speichelprobe einsenden und erhält das Ergebnis per Email oder Post mitgeteilt. Die Firmensitze der Anbieter sind meist im Ausland, so kann das Schweizer Gesetz umgangen werden. Wenn aber die unseriösen Testangebote in Schweizer Apotheken, Drogerien oder gar Fitnessstudios angeboten werden, dann sehen wir einen direkten Verstoss gegen mehrere Gesetze, in erster Linie gegen Strafbestimmungen des GUMG, beispielsweise gegen:

Art. 13 benennt klar, dass genetische Untersuchungen nur von Ärzten oder Ärztinnen durchgeführt werden dürfen. Art. 10 gibt vor, dass genetische Untersuchungen nur durchgeführt werden dürfen, wenn sie einem medizinischen Zweck dienen

Es besteht dringender Handlungsbedarf, um den Wildwuchs bei Gentests zu kontrollieren und einzudämmen. Eine Aufklärung der Öffentlichkeit über Nutzen und Risiken von Gentests ist dringend geboten.


Gen-Check an Embryonen

 

In der Schweiz sind seit 2012 mehrere Tests auf dem Markt, mit denen Embryonen auf genetische Veränderungen hin untersuchen.
Die Tests wurden ohne weitere Überprüfung zugelassen.

Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert
eine breite Debatte über die ethischen Konsequenzen
dieser Tests!

Informieren Sie sich durch unser neues Faltblatt
in Zusammenarbeit mit der Telefon- und Onlineberatung
«appella».

> www.appella.ch
> download Faltblatt (pdf 714kb)

Information: Pränatale Gentests

PID = Präimplantationsdiagnostik. Nach einer künstlichen Befruchtung werden dem Embyro mehrere Zellen entnommen und untersucht. Nur Embryonen, die keinen auffälligen Befund zeigen, werden der Frau implantiert. PID soll nur in sehr eingeschränktem Masse zugelassen werden und nur bei Verdacht auf eine schwere Krankheit. Was aber ist eine schwere Krankheit? Der Bundesrat hat jetzt die Botschaft zur Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes veröffentlicht. Dies ist der zweite Versuch, das umstrittene Verfahren in der Schweiz durchzusetzen. Da auch die Verfassung geändert werden muss, wird das Volk mitzureden haben. Der Basler Appell gegen Gentechnologie hat sich kritisch an der Vernehmlassung beteiligt. Eine Informationsbroschüre des Basler Appells kann gratis angefordert werden – auch in grösseren Mengen.

NIPD = Nicht-invasive pränatale Diagnostik. Beinah zeitgleich mit der Veröffentlichung des Vernehmlassungsberichtes soll auch in der Schweiz ein Bluttest für schwangere Frauen auf den Markt kommen. Dieser Test – von der Konstanzer Firma LifeCodexx in Deutschland, Österreich und der Schweiz angekündigt, filtert aus dem Blut der schwangeren Frau DNA-Schnipsel des Embryos. Gefahndet wird nach Chromosomenabweichungen und nach möglichen Hinweisen auf Trisomie 21 (Down-Syndrom). Der Test wird in den USA bereits für andere Chromosomenabweichungen durchgeführt und kann prinzipiell auch in einem sehr frühen Schwangerschaftsstadium das Geschlecht des Embryos ermitteln.

NIPD wird die Hemmschwelle, einen Test durchzuführen, noch weiter senken. Es ist davon auszugehen, dass der Test langfristig auch als Screening im Rahmen der Schwangerenvorsorge angeboten wird. Das hat sich auch bei anderen pränataldiagnostischen Verfahren so gezeigt.

Gegen die Einführung des Bluttestes gibt es erhebliche Bedenken, vor allem von Seiten Betroffener mit Down-Syndrom in den drei Ländern. In der Schweiz weist insieme21, eine Vereinigung von Eltern mit Kindern mit Down-Syndrom, auf die diskriminierenden Auswirkungen dieses Tests hin. Menschen mit Down-Syndrom sind per se nicht krank, der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein und es gibt eine Vielzahl von Menschen mit Down-Syndrom, die sehr aktiv am Leben teilhaben. Nur ein Beispiel ist «Ohrenkuss», ein Zeitungsprojekt aus Deutschland.

Konsequenz der Testomanie ist nicht das Verhindern einer bestimmten genetischen Krankheit oder einer chromosomalen Auffälligkeit: verhindert wird ein Mensch mit diesen Merkmalen.

Der Wunsch nach Perfektion holt uns immer weiter ein. Molekulare Rundumtests drängen auf den Markt, die immer bequemer, schneller und kostengünstiger durchführbar sind. Theoretisch können 3500 bekannte Gendefekte aufgespürt werden. Dazu noch eine Reihe von Mutationen, die in den ersten Wochen des Embryos neu entstehen. Ob diese dann jemals im späteren Leben zu einer Krankheit führen werden oder wie schwer diese verläuft, das weiss man nicht. 


Februar 2015

Revision des Gentestgesetzes

Der Bundesrat hat die Vernehmlassung zum Gesetz über die genetische Untersuchung beim Menschen GUMG eröffnet. Die Frist läuft bis zum 26. Mai 2015.

Wichtigste Änderungsvorhaben sind die Legalisierung der nicht-medizinischen Gentests oder Lifestyle-gentests, die heute in einer rechtlichen Grauzone in Apotheken, Drogerien oder Fitnesszentren angeboten werden.

Der Basler Appell hat bereits im November 2013 Strafanzeige gegen die Anbieter gestellt, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Betroffen werden auch die vorgeburtlichen Bluttests sein, mit denen aus dem mütterlichen Blut und der embryonalen DNA Chromosomenabweichungen beim Embryo in einer frühen Phase der Schwangerschaft festgestellt werden sollen. Immer mehr solcher Tests drängen auf den Markt, inzwischen ist auch Roche in das Geschäft eingestiegen. Aufgepürt werden sollen vor allem Trisomien, in erster Linie auch das Down-Syndrom.

Wir sehen dieser Entwicklung mit Sorge entgegen, denn sie kann zu immer mehr Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen führen, die mit einer Behinderung in dieser Gesellschaft leben.

Wir bleiben am Thema und werden unsere Vernehmlassungsantwort online stellen.


Dezember 2014

PID im Parlament - aktuelle Informationen

Am 12. Dezember 2014 fand der Verfassungsartikel und die Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes bei der Schlussabstimmung im Parlament trotz Vorbehalten eine Mehrheit. Voraussichtlich im Juni 2015 wird das obligatorische Referendum zum Verfassungsartikel stattfinden. Aber auch der ausgeweitete Gesetzesentwurf wird erst mal vors Volk müssen: Es ist abzusehen, dass eine breite Koalition der schweizerischen Zivilgesellschaft das Referendum gegen das Gesetz ergreifen wird. Besonders umstritten ist, dass nach dem jetzigen Entwurf (entgegen zum ursorünglichen Entwurf des Bundesrates) auch das allgemeine Chromosomenscreening für alle IVF-Embryonen vorgesehen ist, unabhängig davon, ob bei dem Paar eine genetische Belastung vorliegt. Auch der Basler Appell wird sich federführend an einem Referendum beteiligen. Wir rufen dazu auf, auch gegen den Verfassungsartikel zu stimmen!


Oktober 2014

Hearing: Eizellenspende

Am 31. Oktober fand in Bern eine Anhörung zur Problematik der Eizellenspende statt. Die WBK des Nationalrates hat einige ExpertInnen zum Thema gehört u.a. konnte der Basler Appell gegen Gentechnologie seinen Standpunkt vertreten.

Hier unsere Argumente zum download: deutsch französisch


Archiv

2011: 25 Jahre
Sandoz-Katastrophe

Am 1. November 1986 brach bei Sandoz in Schweizerhalle (BL) ein Grossbrand aus. Eine Woche danach hängten zahlreiche KünstlerInnen in der Stadt Basel Protest-Plakate aus. Der Basler Appell gegen Gentechnologie erinnert mit einer Kampagne an die Tage des Schreckens und an den Widerstand, der aus der Brandkatastrophe hervorging.

«Schweizerhalle»: 
November 1986

Besonders eindrücklich waren die in einer nächtlichen Plakataktion vom 8. November 1986 geschaffenen Zeitdokumente. Spontan und grossflächig wurden in dieser Nacht an Plakatwänden in der ganzen Stadt Basel Gemälde und Zeichnungen sichtbar. Es handelte sich um Zeichnungen, Gemälde, Graphiken und Gedichte, zu Papier gebrachte Emotionen, die so schnell als möglich von den so genannten Plakatfegern wieder entfernt wurden. Trotzdem sind sie unvergessen: Die Kunstwerke wurden rechtzeitig fotografiert und dokumentiert.

06.1.jpg

03.1.jpg

15.1.jpg

01.1.jpg

Fundierte Kritik bleibt nötig

Mit 120 Plakaten erinnert der Basler Appell gegen Gentechnologie ab dem 26. Oktober an den Schrecken von damals. Eine Woche lang werden die Basler Plakatwände zeigen, was KünstlerInnen nach dem 1. November 1986 anprangerten. Ausserdem wird am 1. November 2011 in der Passarelle des Bahnhof SBB am E-Board ein Kurzfilm zu sehen sein, der Bezug nimmt auf das damalige Katastrophenereignis.

Die vom Basler Appell gegen Gentechnologie lancierte Kampagne soll nicht nur an «Schweizerhalle» erinnern. Sie soll auch Parallelen aufzeigen zu weiteren Katastrophen, die sich seither weltweit ereignet haben. Ein kritischer Umgang mit allen Risikotechnologien ist weiterhin unabdingbar, um sicher zu stellen, dass so genannte «Störfälle» irgendwann tatsächlich der Vergangenheit angehören oder auf Technologien verzichtet wird, die ein nicht absehbares Störfallpotenzial bergen.

> Weitere Plakate finden Sie hier